IPO Wacker will am 15. Mai an die Börse

Der Münchener Baumaschinenhersteller Wacker Construction will seinen im vergangenen Jahr geplatzten Börsengang nun am 15. Mai nachholen. Insgesamt 18,4 Millionen Aktien bietet das Unternehmen zur Zeichnung an.

Frankfurt am Main - Der Münchener Baumaschinenhersteller Wacker Construction will auch in Zukunft deutlich stärker als der Markt wachsen. Das sagte Vorstandschef Georg Sick auf der den Börsengang begleitenden Pressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt. Am 15. Mai sollen die Papiere des Unternehmens erstmals im Prime Standard notiert werden. Interessierte Anleger können vom 9. bis 14. Mai insgesamt 18,4 Millionen Aktien zeichnen.

Das Angebot setzt sich aus 7,5 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie 8,5 Millionen Aktien aus dem Besitz der abgebenden Altaktionäre zusammen. Weitere 2,4 Millionen Anteilsscheine aus dem Besitz der der Wacker Beteiligungsgesellschaft sind für den Greenshoe reserviert. Als Konsortialbanken fungieren neben der Deutschen Bank auch Sal. Oppenheim und UBS.

Der Streubesitzanteil soll 31,6 Prozent betragen. Während die Gründerfamilie Wacker 34,4 Prozent der Anteile halten wird, werden 4,1 Prozent im Besitz der Wacker Beteiligungsgesellschaft sein. 30 Prozent befinden sich zukünftig im Besitz der Aktionäre von Neuson Kramer. Das österreichische Unternehmen wird im Verhältnis 62,5 Prozent zu 37,5 Prozent mit Wacker Construction Equipment zu Wacker Neuson fusioniert. Sick nannte den Zusammenschluss die weltweit einzig mögliche Verbindung von Light Equipment und Kompakt-Baumaschinen. Es gebe keinerlei Überlappungen bei den Produkten.

Emissionserlös soll in die Expansion fließen

Beide Unternehmen hätten sich bereits in der Vergangenheit unabhängig voneinander angesichts steigender Nachfrage für deutliche Kapazitätsausweitungen entschieden.

Das Unternehmen will den erwarteten Nettoemissionserlös von mindestens 90,1 Millionen Euro bis 169,8 Millionen Euro in die Expansion des Geschäfts fließen. Georg Hansel von der Deutschen Bank sagte, die Bewertungsspanne sei im Hinblick auf die bevor stehende Roadshow bewusst breit gewählt worden. Die Emissionsbanken bewerten Wacker Construction vor dem Zusammenschluss mit Neuson Cramer mit 800 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro.

Mit dem Erlös des Börsengangs will das Unternehmen das Vermietungsgeschäft in jenen Ländern ausbauen, in denen dadurch keine Konkurrenz mit Kunden entstehe, wie zum Beispiel in Großbritannien, sagte Sick. Zugleich soll der Bereich kompakte Baumaschinen weiter ausgebaut werden. 2006 betrug der Umsatz von Wacker Construction (619,3 Millionen) und Neuson Cramer (262,5 Millionen) zusammen 883 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge bezifferte Sick mit 16,9 Prozent.

Der zukünftige Aufsichtsratsvorsitzende von Wacker Neuson, Johann Neunteufel, rechnet unter Berufung auf Branchenexperten für die kommenden Jahre mit weiterem Wachstum. Im Kompaktbaumaschinenbereich, der 2006 seinen Umsatzanteil im Konzern gegenüber 2005 auf 14 Prozent von 9 Prozent gesteigert hat, werde es in den kommenden zehn Jahren kontinuierlich nach oben gehen. So entwickelten sich die Märkte in Osteuropa und Fernost gerade erst. Der bisherige Wacker-Finanzvorstand Richard Mayer betonte dabei die geringe Abhängigkeit von Währungseffekten. Verschiedene Werke in der ganzen Welt sorgten mit ihren Warenströmen für ein "natürliches" Hedging.

Als Vertreter der Konsortialbanken sagte Mark Pohlmann von UBS, die Zuteilungsquote an Privatanleger werde sich an deren Nachfrage orientieren. Bei vergleichbaren Börsengängen seien 5 Prozent bis 20 Prozent der Stücke an Kleinanleger abgegeben worden.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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