Siemens Kleinfeld geht mit glänzenden Zahlen

Der bedeutendste deutsche Industriekonzern hat seine Geschäftsziele in den ersten Monaten des neuen Jahres erreicht oder sogar übertroffen. Alle elf Siemens-Sparten lieferten zumindest das Ergebnis, das ihnen der scheidende Siemens-Chef Klaus Kleinfeld vorgegeben hatte. Der legt sofort nach.

München - Der Technologiekonzern Siemens  hat seine mittelfristigen Renditeziele erreicht. Alle Bereiche des Industrieriesen hätten ihre angestrebten Margen erzielt oder übertroffen, teilte Siemens am Donnerstag in München mit. Der scheidende Konzernchef Klaus Kleinfeld kündigte an, für die Mehrzahl der elf Sparten neue, höhere Renditeziele festzulegen. "Wir gehen davon aus, dass wir die im ersten Geschäftshalbjahr aufgebaute operative Dynamik beibehalten werden", sagte der scheidende Vorstandschef Klaus Kleinfeld.

Damit gelang Siemens zuletzt, was die wenigsten unabhängigen Beobachter erwartet hatten. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten damit gerechnet, dass vier Sparten die Renditevorgaben verfehlen werden. Dazu gehörten den Schätzungen zufolge wie schon im Vorquartal die Sparten Power Generation (PG), Transportation Systems (TS) und Siemens IT Solutions and Services (SIS), Siemens Building Technologies (SBT).

Nach dem Erfolg hat Kleinfeld seinem Konzern höhere Renditeziele ausgegeben und die Margenanforderungen der großen und bisher rentabelsten Bereiche aufgestockt. Neben den Vorgaben für die einzelnen Bereiche soll künftig auch die Konzern-Rendite als Messlatte dienen. Siemens will bis bis zum Jahr 2010 eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von 14 bis 16 Prozent erreichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte der Wert noch 10 Prozent betragen.

Am Dienstagabend hatte Siemens bereits Konzernzahlen vorgelegt, die deutlich über den Konsensschätzungen der Analysten lagen. Der Umsatz legte im Berichtszeitraum um 10 Prozent auf 20,626 Milliarden Euro zu und der Auftragseingang um 9 Prozent auf 23,469 Milliarden Euro. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten hier lediglich mit einem Zuwachs um 5 Prozent sowie 6 Prozent gerechnet.

Noch deutlicher über den Erwartungen fiel die Ergebnisseite aus. Das Ergebnis der Bereiche, in dem Siemens das operative Geschäft abbildet, stieg um 49 Prozent auf 1,964 Milliarden Euro. Hier hatte die Konsensprognose lediglich auf ein Plus von 31 Prozent gelautet. Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten wuchs den Angaben zufolge um 56 Prozent auf 1,396 Milliarden Euro oder 1,44 Euro. Das berichtete Nettoergebnis stieg um 36 Prozent auf 1,259 Milliarden Euro und lag damit über der Analystenschätzung von 22 Prozent.

Siemens-Aktien sind am Donnerstag mit minus 1,1 Prozent auf 87,45 an das Dax-Ende gefallen. Nach Meinung vieler Anleger schadet der Rückzug des bisherigen Konzernchefs Kleinfeld dem Unternehmen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und vwd

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