Apple Musik im Zahlenwerk

Der Computerkonzern Apple hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mehr verdient und umgesetzt als von Experten erwartet. Die amerikanische Firma steigerte sowohl die Zahl der ausgelieferten Rechner als auch ihrer Musikabspielgeräte. An der Börse stieg der Apple-Aktienkurs deutlich.

Cupertino, USA - Der Musikspieler iPod und der Laptop MacBook haben dem Computerhersteller Apple einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Der Nettoerlös sei im zweiten Geschäftsquartal auch dank gesunkener Materialkosten um 88 Prozent auf 770 Millionen Dollar in die Höhe geschnellt, teilte das US-Unternehmen am mit. Damit übertraf der Konzern die Marktprognosen deutlich. Der Umsatz legte um 21 Prozent auf 5,26 Milliarden Dollar ebenfalls stärker als erwartet zu. Die Anleger reagierten erfreut: Die Apple-Aktie  gewann nachbörslich 8 Prozent und erreichte ein Rekordhoch von 102,80 Dollar.

Mit dem Ergebnis pulverisierte Apple auch seine traditionell zurückhaltenden Prognosen. Im Quartal verkaufte das Unternehmen 10,5 Millionen iPods, ein Plus von 24 Prozent und 1,52 Millionen Macintosh-Computer, 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. Mit dem iPod kommt Apple auf einen Marktanteil von mehr als 70 Prozent.

In den vergangenen fünf Jahren verkaufte das Unternehmen mehr als 100 Millionen dieser digitalen Musikspieler. Sein dazugehöriger Internet-Musikladen iTunes setzte inzwischen mehr als 2,5 Milliarden Lieder ab.

Apple sieht sich zudem auf Kurs, wie geplant Ende Juni mit der Auslieferung seines mit Spannung erwarteten iPhones in den USA zu beginnen. In Europa soll das iPhone, das die Funktionen eines Handys, eines iPods und eines Internet-Kommunikationsgeräts vereint, erst in der zweiten Jahreshälfte in die Läden kommen. Um den pünktlichen Verkaufsbeginn sicherzustellen, hatte Apple den Marktstart seines neuen Computer-Betriebssystems Mac OS X auf Oktober verschoben. Das Unternehmen hat zusätzliche Software-Entwickler für die Arbeit am iPhone abgezogen.

In der Affäre um rückdatierte Aktienoptionen stärkte indes das Direktorium Konzernchef Steve Jobs den Rücken. Es habe volles Vertrauen in die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchung des Unternehmens sowie Jobs Integrität und seine Fähigkeit, den Konzern zu leiten, erklärte das Führungsgremium. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte am Dienstag ihre Ermittlungen in der Affäre eingestellt. Die Behörde hatte zuvor einen Rechtsstreit wegen der Aktienoptionen mit dem ehemaligen Apple-Finanzchef Fred Anderson beigelegt. Dieser hatte hinterher erklärt, er habe sich in der Frage der Aktienoptionen, die später zum Gegenstand der Ermittlungen wurden, auf Jobs verlassen.

Apple gehörte zu den bekanntesten von mehr als 100 Firmen, gegen die in den USA wegen der Affäre ermittelt wird. Viele Unternehmen hatten die Aktienoptionen rückdatiert. Dadurch erhöhten sich die Bezüge für das Führungspersonal, wenn der Kurs der Aktien in der Zwischenzeit gestiegen war. Die Rückdatierung an sich ist nicht illegal, muss jedoch vom Unternehmen korrekt verbucht werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters und vwd

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