Konjunktur Ifo-Index auf Rekordhoch

Die Stimmung der deutschen Unternehmen war bereits zum Jahresstart gut, doch im April ist sie noch besser - und auf ein 15-Jahres-Hoch gestiegen, hat das Münchener Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut ermittelt. Jetzt hat die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft angehoben.

München - Der Ifo-Geschäftsklimaindex hat wieder das Niveau des 15-Jahres-Hoch vom Dezember erreicht, das noch mit den Vorzieheffekten vor der Mehrwertsteuererhöhung erklärt worden war. Das bedeutendste deutsche Wirtschaftsbarometer stieg von 107,7 Punkten im März auf nunmehr 108,6 Punkte, wie das Münchener Ifo-Institut heute mitteilte. Experten hatten im Durchschnitt eine Bestätigung des Vormonats-Niveaus von 107,7 Punkten erwartet.

"Deutschland profitiert in besonderer Weise von der überschäumenden internationalen Investitionskonjunktur", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Das Ergebnis: Die 7000 befragten Unternehmen beurteilen nicht nur ihre aktuelle Geschäftslage noch einmal besser als vor einigen Wochen; der entsprechende Lageindex der Münchener Wirtschaftsforscher stieg von 112,4 auf 113,2 Punkte. Die Firmen hierzulande sind auch optimistisch, dass es in den kommenden sechs Monaten noch besser laufen wird als derzeit schon. Der Teilindex, der die Geschäftserwartungen der befragten deutschen Unternehmen abbildet, legte deshalb von 103,2 auf nunmehr 104,3 Zähler zu.

Der monatlich unter rund 7000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

Die Bundesregierung hat in dieser Lage nun auch ihre eigene Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr deutlich angehoben. Es werde nun für 2007 mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,3 Prozent gerechnet, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie am Mittwoch in Berlin mit. In ihrem Jahreswirtschaftsbericht vom Januar war die Regierung noch von einem Wachstum von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgegangen. Für das kommende Jahr geht die Prognose von einem Plus der am Bruttoinlandsprodukt gemessenen Wirtschaftsleistung von 2,4 Prozent aus.

Die Bundesregierung folgt mit ihrer günstigen Prognose weitgehend den fünf führenden Wirtschaftsinstituten, die vergangene Woche für 2007 und 2008 jeweils 2,4 Prozent Wachstum des BIP vorausgesagt hatten (siehe Grafik). Auch für 2008 geht die Regierung von einer Fortsetzung des Aufschwungs aus. Dann wird mit einem Wachstum von 2,4 Prozent gerechnet. Die Arbeitslosigkeit dürfte bis zum Jahr 2008 auf weniger als 3,5 Millionen sinken. Dies wäre der niedrigste Stand seit zehn Jahren.

Von dem kräftigen Wirtschaftswachstum erwartet die Bundesregierung Entlastung für den Arbeitsmarkt. So soll die Zahl der Arbeitslosen nach der vom Wirtschaftsministerium veröffentlichten Prognose in diesem Jahr um 750.000 und im kommenden Jahr weiter um 270.000 auf weniger als 3,5 Millionen sinken. Damit werde sie den niedrigsten Stand seit über zehn Jahren erreichen.

Die Frühjahrsprognose der Bundesregierung hat große Bedeutung: Sie bildet die Grundlage für die Steuerschätzung Mitte Mai sowie für die Beratungen im Finanzplanungsrat. Das Zahlenwerk dient als gemeinsamer Orientierungsrahmen bei der Budgetaufstellung von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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