Siemens Kleinfeld bietet starke Zahlen

Siemens hat die Vorlage seiner Quartalszahlen vorgezogen. Sie übertreffen die Prognosen für Umsatz, Gewinn und Auftragseingang deutlich. Der Gewinnsprung dürfte Konzernchef Klaus Kleinfeld gelegen kommen. Über seine Zukunft an der Siemens-Spitze soll heute entschieden werden.

München - Beim Siemens-Konzern  brummt trotz des Schmiergeldskandals und der aktuellen Führungskrise das Geschäft. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2006/07 übertraf der Konzern mit Gewinn, Umsatz und Auftragseingang die Erwartungen der Analysten. Der Gewinn legte unter dem Strich um 36 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro zu, teilte Siemens am Dienstagabend überraschend in München mit.

Das operative Ergebnis der Bereiche stieg zwischen Januar und März um 49 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro zu. Damit haben die Affären weiterhin kaum einen negativen Einfluss auf das Geschäft von Deutschlands größtem Elektrokonzern.

Der Auftragseingang legte im zweiten Quartal etwas schwächer als der Umsatz um 9 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro zu. Details über den Geschäftsverlauf in den einzelnen Geschäftssparten legte Siemens noch nicht vor. Allerdings hieß es bereits in den vergangenen Tagen in Branchenkreisen, alle Bereiche hätten die ehrgeizigen Renditevorgaben der Konzernleitung erfüllt.

Ursprünglich war mit den ersten Zahlen erst bei der Halbjahres- Pressekonferenz an diesem Donnerstag gerechnet worden. Das Unternehmen habe die Veröffentlichung nun vorgezogen, da in den zuständigen Gremien festgestellt worden sei, dass die Konsensprognosen der Analysten übertroffen wurden, sagte ein Sprecher zur Begründung. Daher sei die Veröffentlichung der Zahlen Ad-hoc-pflichtig gewesen.

Zukunft von Siemens-Chef Kleinfeld ungewiss

Die Zahlen dürften aber auch Siemens-Chef Klaus Kleinfeld äußerst gelegen kommen - und daher möglicherweise auch aus diesem Grund früher als geplant veröffentlicht worden sein. Der Konzern bestreitet diesen Zusammenhang. Zuvor war am Dienstag bekannt geworden, dass der Siemens-Aufsichtsrat bei der Vertragsverlängerung von Kleinfeld zögert. Zunächst solle geklärt werden, ob der Vorstandschef in die Schmiergeldaffäre verstrickt sei.

Siemens hatte im Laufe des Tages bekräftigte, dass der Aufsichtsrat am Mittwoch über die Zukunft von Kleinfeld entscheiden werde. Auf der gleichen Sitzung soll Gerhard Cromme als Nachfolger Heinrich von Pierers an die Spitze des Kontrollgremiums gewählt werden. Cromme ist Vorsitzender der Regierungskommission Corporate Governance und leitet bereits den Prüfungsausschuss im Siemens-Aufsichtsrat, der die Affäre aufklären soll.

Die Siemens-Aktie reagierte mit Kursaufschlägen. Von "Super-Zahlen" sprach ein Händler von Lang & Schwarz. Das Papier von Siemens  gehörte am Mittwoch in einem freundlichen Gesamtmarkt zu den größten Gewinnern im Dax .

manager-magazin.de mit Material von dpa und dow jones

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