Banco Bilbao/Argentaria Neue Grossbank in Spanien

Im Süden Europas formiert sich ein neuer Bankriese. Die spanische Notenbank bestätigte, dass Banco Bilbao Vizcaya den Konkurrenten Argentaria übernehmen will. Beide zusammen wären die Nummer sieben in Euro-Land.

Madrid - Rund 11,5 Milliarden Dollar will sich Banco Bilbao Vizcaya (BBV) den Kauf des Konkurrenten Argentaria kosten lassen. Die Fusion würde die zweitgrösste Bank Spaniens mit einer Kapitalisierung von rund 220 Milliarden Euro entstehen lassen. Der Börsenhandel beider Papiere wurde bereits am Morgen ausgesetzt.

Die Fusion soll über einen Aktientausch abgewickelt werden. Dabei könnte die BBV fünf eigene gegen drei Argentaria-Papiere tauschen. BBV gilt als profitabler als der kleinere Fusionspartner.

Die Fusion war in Spanien schon länger erwartet worden. Erst im Januar hatte sich Banco Santander Central Hispano (BSCH) als größte Bank des Landes in einem ähnlichen Zusammenschluss gegründet. Für die BBV sei der Schritt nötig, um den Anschluss nicht zu verlieren, betonen Analysten.

Eine gewisse Grösse sei auch wichtig, um in anderen europäischen Märkten, etwa Italien, Fuss zu fassen. Hier führt BBV bereits Gespräche mit UniCredito Italiano, der drittgrössten Bank Italiens, über eine mögliche gegenseitige Beteiligung.

Eine fusionierte BBV-Argentaria hätte mit 37,7 Milliarden Euro Börsenwert eine grössere Marktkapitalisierung als die Nummer eins in Spanien BSCH. Das neue Institut wäre zudem auf Rang sieben in Europa und ein attraktiver Partner für die Credit Suisse Group oder die Deutsche Bank.

Eine starke Position würde BBV-Argentaria auch in Lateinamerika einnehmen. Hier hat BBV in den vergangenen Jahren für rund drei Milliarden Dollar lokale Banken aufgekauft. Argentaria managt Pensionsfonds in Lateinamerika mit einem Vermögenswert von rund 2,4 Milliarden Euro.