Frühjahrsgutachten Stärkeres Wachstum, mehr Jobs - weniger Steuern?

Deutschland wird nach der Prognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute 2008 zum ersten Mal seit Jahrzehnten ohne neue Schulden auskommen. Die Forscher rechnen mit 2,4 Prozent jährlichem Wachstum sowie deutlich weniger Arbeitslosen. Sie empfehlen sogar eine Entlastung der Steuerzahler.

Berlin - Die am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessene Wirtschaftsleistung soll in diesem Jahr um 2,4 Prozent steigen, sagen die fünf Institute in ihrem am Donnerstag vorgelegten Frühjahrsgutachten voraus. Im vergangenen Herbst hatten die Konjunkturexperten wegen der Belastungen durch die höhere Mehrwertsteuer nur ein Wachstum von lediglich 1,4 Prozent vorausgesagt.

Für 2008 gehen die Forscher ebenfalls von einem Plus von 2,4 Prozent aus. Profitieren soll davon auch der Arbeitsmarkt. So soll die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 10,3 Prozent im vergangenen Jahr 2007 auf 8,7 Prozent sinken und 2008 nur noch bei 8,0 Prozent liegen.

Ausgeglichener Haushalt 2008 erwartet

Der Staatshaushalt soll weiter von dem Aufschwung profitieren. So erwarten die Institute 2007 einen Rückgang des an der Wirtschaftsleistung gemessenen Haushaltsdefizit von nur noch 0,6 Prozent nach einem Fehlbetrag von 1,7 Prozent im vergangenen Jahr.

Für 2008 sagt das Frühjahrsgutachten sogar einen ausgeglichenen Staatshaushalt voraus. Diese solle aber die Wirtschaftspolitik nicht dazu verleiten, in den Reformanstrengungen nachzulassen. So sei die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte noch nicht abgeschlossen. Daher müsse die Finanzpolitik "Begehrlichkeiten" zu Lasten der öffentlichen Kassen abwehren.

Erstellt wurde das Gutachten vom das Deutschen Institut für Wissenschaftsforschung (DIW) in Berlin, dem Münchener ifo Institut, dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IFW), das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Essener Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI).

Steuersenkungen gefordert

Die Institute fordern außerdem Steuersenkungen. Durch ein Absenken der Einkommensteuer könnten Wachstum und Beschäftigung gefördert werden, heißt es in dem Frühjahrsgutachten.

Die Forscher begründen ihre Forderung mit der so genannten kalten Progression: Weil die Einkommen in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs normalerweise schneller wachsen, greife auch die Steuerprogression stärker - das heißt unterm Strich werde die Steuerlast für die Bürger größer.

manager-magazin.de mit reuters und ap

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