Nokia Handy-Preiskampf drückt die Margen

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia hat im abgelaufenen Quartal ein stabiles Ergebnis eingefahren, die Aktie legt deutlich zu. Das Marktumfeld für das neue Joint Venture mit Siemens beurteilen die Finnen jedoch verhalten. Ebenso drückt der Preiskampf bei Handys auf die Gewinnmargen.

Helsinki - Der Gewinn je Aktie habe wie im Vorjahresquartal bei 0,25 Euro gelegen, teilte Nokia  am Donnerstag in Helsinki mit. Vor Sonderposten habe der Gewinn 26 Cent je Aktie betragen. Experten hatten mit einem Gewinn je Aktie von 25 Cent gerechnet.

Der Umsatz kletterte von 9,507 Milliarden Euro auf 9,856 Milliarden Euro, lag damit aber leicht unter den Erwartungen der vom Finanzdienstleister Kauppalehti befragten Analysten, die im Schnitt von 10,14 Milliarden Euro ausgegangen waren.

Für 2007 gaben sich die Finnen optimistisch. So rechnet Nokia mit einem deutlichen Absatzplus für die Branche. Ausgehend von 978 Millionen weltweit verkauften Handys im Jahr 2006 soll der Absatz um rund 10 Prozent steigen. Nokia geht dabei von einem steigendem Marktanteil aus.

Preiskampf hinterlässt Spuren

Das operative Ergebnis sank von 1,367 auf 1,272 Milliarden Euro. Den durchschnittlichen Verkaufspreis pro Mobiltelefon (ASP) konnte das Unternehmen mit 89 Euro im Vergleich zum Vorquartal entgegen den Erwartungen stabil halten. Im Vorjahresquartal hatte der Verkaufspreis im Schnitt noch bei 103 Euro gelegen.

Doch der Preiskampf bei Handys hinterließ seine Spuren: Einen merklichen Gewinnanstieg schaffte Nokia nicht, die Umsatzsteigerung blieb mit vier Prozent hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Die Investoren beeindruckte das aber nicht. Sie freuten sich darüber, dass Nokia 91,1 Millionen Handys im ersten Quartal verkauft hat - 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum - und die operative Umsatzrendite nicht so stark zurückging, wie Analysten befürchtet hatten. Die Aktie von Nokia  notierte nach Bekanntgabe der Zahlen zeitweise mehr als vier Prozent im Plus.

Hohe Kosten für Joint Venture mit Siemens

Der Ausblick auf das Marktumfeld für das neue Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens fiel verhalten aus. Auf dem Infrastrukturmarkt sei 2007 nur mit einem sehr leichten Wachstum zu rechnen, hieß es. Nokia und Siemens  hatten zum 1. April ihr Netzgeschäft gebündelt, um damit besser am Markt bestehen zu können.

Nokia schätzt die Restrukturierungskosten in ihrem Joint Venture mit Siemens auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Drei Viertel dieser Kosten sollen in den ersten zwei Jahren nach Gründung des Gemeinschaftsunternehmens anfallen, sagte am Donnerstag der CFO des finnischen Telekomausrüsters, Rick Simonson.

Im laufenden zweiten Quartal würden hohe Kosten in dem JV gebucht. Durch den Zusammenschluss der eigenen Netzsparte mit der von Siemens rechne er weiterhin mit Synergien von 1,5 Milliarden Euro. Die Verspätung beim Start des Joint Venture mache es aber schwieriger, dieses Synergieziel zu erreichen. Das JV Nokia-Siemens Networks, das seinen Betrieb zum 1. April aufgenommen hatte, soll eine zweistellige operative Marge erreichen, sagte Simonson weiterhin auf einer Investorenkonferenz.

manager-magazin.de mit dpa-afx

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