Frühjahrsgutachten Wirtschaftsforscher fordern Steuersenkungen

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute präsentieren heute ihr Frühjahrsgutachten. Die Wachstumsprognose dürfte deutlich nach oben korrigiert werden: Erwartet wird ein Wachstum von 2,4 Prozent in diesem Jahr. Angesichts des Konjunkturbooms fordern die Forscher Steuersenkungen in Deutschland.

Berlin - Das Frühjahrsgutachten wird heute um 11 Uhr in Berlin präsentiert. Für 2007 und 2008 erwarten die Wirtschaftsforscher laut Medienberichten jeweils 2,4 Prozent Wachstum. In ihrem Herbstgutachten noch hatten die Ökonomen ein wegen der Mehrwertsteuererhöhung deutlich geringeres Wachstum für 2007 von 1,4 Prozent vorausgesagt.

In den vergangenen Monaten hatten die einzelnen Institute die Prognosen aber zum Teil deutlich nach oben korrigiert. Wirtschaftsminister Michael Glos hat bereits angekündigt, dass er seine eigene Voraussage von bislang 1,7 Prozent entsprechend anheben will.

Für 2008 erwarten die Forscher nach Informationen der "Financial Times Deutschland" einen Anstieg der durchschnittlichen Löhne von drei Prozent; das wäre der stärkste Anstieg seit 1995.

Steuersenkungen gefordert

Positiv wirkten dann auch geringere Sozialabgaben sowie die weiter wachsende Beschäftigung. Insgesamt werde das verfügbare Einkommen der Bundesbürger bereits 2007 um 2,5 Prozent steigen und 2008 dann sogar um 3,4 Prozent. Den Konjunkturexperten zufolge kommt der Aufschwung damit bei den Verbrauchern an und wird den Konsum beleben.

Laut "FTD" fordern die Institute außerdem Steuersenkungen. Durch ein Absenken der Einkommensteuer könnten Wachstum und Beschäftigung gefördert werden, heißt es der Zeitung zufolge in dem Frühjahrsgutachten der fünf führenden Wirtschaftsinstitute.

Die Forscher begründen ihre Forderung außerdem mit der so genannten kalten Progression: Weil die Einkommen in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs normalerweise schneller wachsen, greife auch die Steuerprogression stärker - das heißt unterm Strich werde die Steuerlast für die Bürger größer.

manager-magazin.de mit reuters und ap

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