Lufthansa Hoch hinaus

Die Lufthansa will ihr für 2008 gesetztes Ergebnisziel schon in diesem Jahr erreichen. Wenn das Geschäft weiterhin gut laufe, gebe es die Chance, die Eine-Milliarde-Euro-Marke zu knacken, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Bei der Konsolidierung des europäischen Luftfahrtmarktes will die Airline eine aktive Rolle spielen.

Berlin - Die Lufthansa  will bereits im laufenden Jahr ihren operativen Gewinn auf über eine Milliarde Euro steigern. Dieses Ziel sei 2007 auch ohne Vollkonsolidierung der erworbenen Airline Swiss erreichbar, sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin. Die Prognose setze allerdings voraus, dass sich das wirtschaftliche Umfeld weiterhin so freundlich wie bisher entwickele und Katastrophen ausbleiben würden.

Mit diesen Worten unterstrich Mayrhuber vor einigen Tagen gemachte Äußerungen des Finanzvorstandes Stephan Gemkow. Außerdem präzisierte er damit seine während der Bilanzpressekonferenz Anfang März gemachten Angaben. Damals hatte der Vorstandsvorsitzende gesagt, dass er die Marke von einer Milliarde Euro "so schnell wie möglich" überspringen wolle, dies aber wegen der noch möglichen Unwägbarkeiten so früh im Jahr nicht ruhigen Gewissens für 2007 zusagen könnte.

Den Aktionären der im Dax  gelisteten Airline sagte Mayrhuber zu, dass bei der Berechnung der Dividende für das laufende Jahr auch der Buchgewinn aus dem Verkauf der Beteiligung an der Thomas Cook AG berücksichtigt werde. Über die Höhe der Ausschüttung werde aber erst im nächsten Jahr entschieden. Kleinaktionäre hatten zuvor gefordert, dass das Unternehmen wegen des Verkaufserlöses 0,50 Euro als Zusatzdividende bereits für 2006 ausschütten solle.

Eine Erhöhung der Dividende für das laufende Jahr schloss der Vorstandsvorsitzende indes aus. Hoffnung auf baldige Zukäufe machte Mayrhuber den Aktionären nicht. Es sei derzeit nichts Konkretes absehbar und es könnte nicht damit gerechnet werden, dass sich in nächster Zeit etwas ereigne. Dennoch bekräftigte er zuvor gemachte Angaben, dass die Airline durchaus interessiert und auch in der Lage sei, Unternehmen zu kaufen. Dafür bedürfe es aber einer für beide Seiten geeigneten Gelegenheit. Hierbei würde der Vorstand ganz sicher einen "kühlen Kopf" behalten. Gleichwohl sagte Mayrhuber, dass die Gesellschaft in den kommenden Jahren vor allem organisch wachsen will.

Für die in der kommenden Woche erwartete Zwischenbilanz zum ersten Quartal zeigte sich Mayrhuber optimistisch. Lufthansa sei gut ins Jahr gestartet.

2006 flog die Airline ein operatives Ergebnis von 845 Millionen Euro ein. Der Umsatz stieg um fast 10 Prozent auf den Rekordwert von 19,8 Milliarden Euro. Auch der Konzerngewinn nach Steuern war mit 803 Millionen Euro so hoch wie nie und legte kräftig um 77,3 Prozent zu.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und dpa