Hedgefonds London bedrängt New York

Die britische Hauptstadt macht New York den Rang als weltweites Zentrum der Hedgefondsindustrie streitig. In den vergangenen vier Jahren verdoppelten in London ansässige Risikokapitalfonds ihren Marktanteil.

London - London gewinnt als Standort für Hedgefonds rasant an Bedeutung. In der britischen Hauptstadt wurden im vergangenen Jahr 21 Prozent des weltweiten Branchenvermögens verwaltet, wie es am Montag in einem Bericht von International Financial Services London (IFSL) hieß. Damit hat sich der Anteil von 2002, als er noch 10 Prozent betrug, bis 2006 mehr als verdoppelt. Die Stadt ist eins der am schnellsten wachsenden Zentren der Branche.

In diesem Zeitraum versechsfachte sich zudem das von den Hegdefonds in London verwaltete Vermögen auf 360 Milliarden Dollar - vier Fünftel des gesamten europäischen Branchenkapitals. Der Bericht nannte das Expertenwissen, die Nähe von Kunden und Märkten, eine starke Präsenz von Vermögensverwaltern und eine wohlwollende Regulierung als Faktoren, die Londons Rolle als Hedgefonds-Zentrum begünstigen.

Der weltweit wichtigste Standort der Branche bleibt jedoch weiterhin mit Abstand New York, obwohl der Anteil der US-Finanzmetropole zwischen 2002 und 2006 von 45 auf 36 Prozent sank. Das Wachstum der in New York verwalteten Fonds blieb jedoch hinter den hohen Wachstumsraten in Europa und Asien zurück, wo institutionelle Investoren mehr Geld in Hedgefonds anlegten.

Weltweit verwaltete die Branche Ende 2006 dem Bericht zufolge ein Kapital von 1,5 Billionen Dollar. Im vergangenen Jahr verbuchten Hedgefonds mit 126 Milliarden Dollar einen so hohen Kapitalzufluss wie nie zuvor.

manager-magazin.de mit Material von reuters