Henkel Lob von allen Seiten

Das dürfte eine HV so ganz nach dem Geschmack des Henkel-Managements gewesen sein. Aktionärsschützer sind voll des Lobes und gute Noten gibt's auch von Analysten. Sie trauen dem Titel noch 20 Prozent zu.

Düsseldorf - Konzernchef Ulrich Lehner sagte am Montag bei der Hauptversammlung in Düsseldorf, Henkel  wolle im kommenden Jahr eine Umsatzrendite von 12 Prozent erreichen. Um dieses Ziel umzusetzen, baue das Unternehmen auf weitere Effizienzsteigerungen und organisches Wachstum. Im vergangenen Jahr lag die Kennzahl bei 10,2 Prozent.

Lehner bekräftigte zudem die Ziele für 2007 und sagte: "Wir wollen auch in Zukunft profitabel wachsen." Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Hersteller von Marken wie Pritt, Persil oder Pattex unverändert ein Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent, das operative Ergebnis soll prozentual stärker zulegen.

Die Dividende soll für 2006 je Vorzugsaktie auf 1,50 (2005: 1,36) und 1,44 (1,30) Euro je Stammaktie steigen. Auch in den kommenden Jahren können die Anteilseigner sich Hoffnungen auf höhere Ausschüttungen machen. Lehner kündigte an, Henkel wolle seine Dividendenpolitik fortsetzen - und bei höheren Gewinnen werde es damit auch steigende Dividenden geben.

DSW und SdK loben geplanten Aktiensplit

Die Aktionäre klatschten reichlich Beifall. "Ich komme nicht darum herum, einmal so richtig zu loben", sagte Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Henkel-Aktie habe sich "raketenartig" entwickelt.

Zuvor hatten sich Vertreter der DSW und der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zustimmend zu Kurs und Entwicklung des Unternehmens geäußert. Ausdrücklich als aktionärsfreundlich hoben sie unter anderem die rechtzeitige Regelung der Nachfolge für Ulrich Lehner und den geplanten Aktiensplit im Verhältnis 1:3 hervor, den die Hauptversammlung am Nachmittag beschloss.

Allerdings hätte Henkel Nägel mit Köpfen machen sollen durch die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien, wie die DSW anmerkte. Henkel hatte dagegen erklärt, es sei keine Umwandlung von Vorzugs- in Stammaktien geplant.

Citigroup traut Aktie 135 Euro zu

Die Citigroup hat indes das Kursziel für die Henkel-Aktie vor den Erstquartalszahlen von 132 auf 135 Euro angehoben und das Papier mit "Kaufen" bestätigt. Wie Analyst Seth Peterson in einer Studie vom Montag schrieb, hat er seine Prognosen für das organische Umsatzwachstum nach oben angepasst. Peterson verwies dabei auf die höheren Verkaufspreise für Klebstoffe, auf die Wiedereinführung sämtlicher Prämien-Waschmittel, auf eine robuste Nachfrage in den Schwellenländern und auf den Einmaleffekt aus dem deutschen Einzelhandel im ersten Quartal. Aktien von Henkel  gewannen gegen Montagmittag rund 1,40 Prozent auf 112,41 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa und ddp