ABN Amro Gute Zahlen vor der Übernahme

Die vor der Übernahme stehende niederländische Bank ABN Amro hat im ersten Quartal den Nettogewinn um 31 Prozent gesteigert. Gut möglich, dass der Konkurrent Barclays jetzt noch ein Mal nachdenken muss. Bis Mittwoch wird das Gebot der britischen Bank erwartet.

Amsterdam - Der Überschuss zwischen Januar und März sei auf 1,31 Milliarden Euro geklettert. Die Erträge kletterten um rund 10 Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro, teilte ABN Amro  am Montag überraschend in Amsterdam mit. Am Freitag war bekannt geworden, dass die Royal Bank of Scotland , die spanischen Banco Santander  und Fortis  ebenfalls an der niederländischen Großbank interessiert sind. Derzeit führt ABN Amro  noch exklusive Übernahmegespräche mit dem britischen Konkurrenten Barclays .

Nach Informationen der "Financial Times" (Montagausgabe) soll bis Mittwoch eine Entscheidung über ein Gebot der Briten für ABN Amro fallen. Dann laufe die Frist für die exklusiven Gespräche aus. "Wenn es ein Angebot von Barclays gibt, dann bis Mittwoch", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Zeitung. In einem Bericht des "Handelsblatts" (Montag) hieß es, dass die Chancen auf ein Gebot Barclays zunehmend schwinden. Die Frist werde aller Voraussicht nach ohne eine offizielle Offerte verstreichen.

Wie es im "Wall Street Journal Europe" (WSJE/Montagausgabe) hieß, soll sich der ABN Amro-Vorstandsvorsitzende Rijkman Groenink bereits auf ein Treffen mit Vertretern des RBoS-Konsortiums vorbereiten. In britischen Medien hatte es zudem am Wochenende Berichte gegeben, wonach RBoS auch zu einer feindlichen Offerte für ABN Amro bereit sei, falls es zu keiner Einigung komme. Ein solcher Schritt wäre für die Finanzbranche unüblich.

Der Gewinn je Aktie aus dem fortgeführten Geschäft sei von 50 Cent auf 65 Cent geklettert. Damit sei die Bank auf gutem Weg, das für das laufende Jahr gesetzte Ziel eines Gewinns vor Sonderposten von mehr als 2,30 Euro zu übertreffen, teilte ABN Amro am Montag weiter mit. Die Kosten seien um 6 Prozent - und damit deutlich geringer als die Erträge - auf 3,989 Milliarden Euro gestiegen. Die anteiligen Kosten an den Erträgen seien von 69,4 Prozent auf 66,6 Prozent gesunken. Die Bank konnte vor allem in Nordamerika, Lateinamerika und Asien ihren Gewinn kräftig steigern, während der Überschuss in den Niederlanden zurückging.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx