Puma-Übernahme "400 Euro sind der faire Preis"

Mehr als 330 Euro je Puma-Aktie will der Luxuskonzern PPR nicht zahlen. Darüber kann Alexander Roepers, Präsident von Atlantic Investment Management, nur müde lächeln. Das Angebot orientiere sich an der Vergangenheit, sagt der New Yorker Hedgefondsmanager. Für diesen Preis werde er nicht verkaufen.

mm.de: Herr Roepers, haben Sie heute die Hauptversammlung von Puma  verfolgt?

Roepers: Ich selbst hatte leider keine Zeit. Damit hat sich einer unserer Analysten beschäftigt.

mm.de: Wie viel Prozent hält Atlantic Investment Management derzeit an Puma?

Roepers: Wir halten etwa 150.000 Puma-Aktien, also knapp 1 Prozent der Anteile.

mm.de: Es heißt, Ihre Gesellschaft sei nach Pinault-Printemps-Redoute (PPR)  und Fidelity der drittgrößte Puma-Investor.

Roepers: Ich glaube nicht, dass wir zu den Top drei der Puma-Investoren zählen. Denn es gibt nur sehr wenige Investoren, die wie wir ihre Beteiligung unterhalb der Fünf-Prozent-Schwelle melden. Mit Blick auf diesen Sektor sind wir vor allem in Adidas  investiert und gehören dort mit vier Millionen Aktien zu den zehn größten Investoren.

mm.de: Hatten Sie bereits Kontakt zum Puma-Management?

Roepers: Ja, wir trafen uns im Januar in Deutschland. Wir kamen zu dem Schluss, dass die Aktie mit Blick auf die zu erwartenden Ergebnisse in 2007 und 2008 deutlich unterbewertet ist und kauften deshalb die Puma-Anteile. Wir glauben, dass die Aktie Potenzial bis zu 400 Euro hat. Inzwischen tauchte dann PPR auf.

mm.de: Demnach halten Sie das PPR-Angebot von 330 Euro also für zu niedrig?

Roepers: Absolut. 330 Euro entsprechen nicht dem fairen Preis der Aktie. Dieses Angebot orientiert sich an der Vergangenheit und spiegelt nicht den Wert des Unternehmens wider. Die Börse schaut dagegen nach vorn und hat ganz klar signalisiert, was sie von Puma  hält. Nun kommt PPR , will ein fantastisches Unternehmen mit einer starken Marke, einem sehr guten Management und einem weltweit guten Vertriebsnetz für einen Preis kaufen, der nicht annehmbar ist.

Bei seinem Angebot hat PPR das Puma-Ergebnis von 2006 zugrunde gelegt. Sie müssen wissen: In diesem Jahr litt das Ergebnis von Puma unter kräftigen Investitionen in die Zukunft, während der Umsatz im gleichen Jahr um rund ein Drittel gesteigert wurde.

mm.de: PPR hat erklärt, das Angebot sei endgültig und man werde nicht mehr zahlen.

Roepers: Dann werden sie nicht 100 Prozent des Unternehmens bekommen. So einfach ist das. Sie haben Mayfair das Aktienpaket für 330 Euro je Stück abgekauft. Ich halte es für voreilig zu glauben, sie würden jetzt auch den Rest der Aktien für den gleichen Preis bekommen.

"Puma hat ein sehr gute Zukunft"

mm.de: Was wäre also Ihrer Ansicht nach der faire Preis für eine Puma-Aktie?

Roepers: 400 Euro. Und Sie können sicher sein, dass ich die Aktien weiter halten werde, auch wenn PPR Puma aufkaufen sollte, weil ich davon überzeugt bin, dass sie in den nächsten sechs bis neun Monaten noch aus eigener Kraft auf 400 Euro steigen werden.

mm.de: Würden Sie für 400 Euro an PPR verkaufen?

Roepers: Ja. Ich denke, für 400 Euro würde ich die Puma-Aktien in den nächsten drei Monaten verkaufen.

mm.de: Wie beurteilen Sie die Zukunft von Puma unter PPR?

Roepers: Ich glaube, Puma hat eine sehr gute Zukunft vor sich, sei es nun als unabhängiges Unternehmen oder auch als Teil eines großen Konglomerates, das klare Stärken im Einzelhandel und bei der Markenbildung hat. Ich glaube, Puma wäre bei PPR gut aufgehoben.

mm.de: Manche Beobachter befürchten, Puma könnte unter PPR seine Unabhängigkeit verlieren. Teilen Sie diese Meinung?

Roepers: Nein das glaube ich nicht. Es gibt viele Beispiele ähnlicher Unternehmen, die in größere Konglomerate integriert wurden. Auch Puma würde in diesem Fall von Synergien im Vertrieb und Management profitieren. Es wäre klug von PPR, die Marke und das Management zu erhalten.

mm.de: Jochen Zeitz sollte also Vorstandschef von Puma bleiben?

Roepers: Zeitz hat seit Beginn der 90er Jahre Puma zu einem echten Top-Unternehmen geformt. PPR wäre gut beraten, an Zeitz festzuhalten.