Topverdiener Die wahren Dagoberts

2006 war ein lukratives Jahr für die selbst ernannten Masters of the Universe, die Großverdiener der Finanzbranche - bis zu zwei Milliarden Dollar haben sie pro Kopf eingestrichen. manager-magazin.de nennt die Top Ten.
Von Arne Gottschalck und Arvid Kaiser

Hamburg - John Arnold ist kein armer Mann, gemessen an irdischen Gütern. Er ist vielmehr ein reicher Mann. Genauer gesagt, verdiente er 2006 das höchste Gehalt in den gesamten USA. Das errechnete das Branchenmagazin "Trader Monthly". Zwischen 1,5 und zwei Milliarden Dollar, umgerechnet bis zu 1,5 Milliarden Euro, soll der erst 33-Jährige von seinem Arbeitgeber Centaurus Energy überwiesen bekommen haben.

Mit dieser Summe steht der Hegdefondsmanager nicht allein da. Vier weitere amerikanische Geldverwalter haben 2006 mehr als eine Milliarde Dollar verdient. Und eine ganze Reihe bekam mehr als 50 Millionen Dollar. Diese Hürde musste nehmen, wer in die Liste der 100 Bestverdiener an der Börse aufgenommen werden wollte. 93 Hedgefondsmanager dominieren die Liste, fast alle Amerikaner. Erst auf den Plätzen 13 und 14 kommen mit Noam Gottesman und Pierre Lagrange die ersten Vertreter des Finanzplatzes London, der zweiten Hedgefondshochburg nach New York. Auch keine Frau fand ihren Weg in diesen Kreis.

Wohl aber manch alter Bekannter. Robert Soros zum Beispiel. Der 43-Jährige zehrt vom Ruhm seines Vaters George, verdiente 2006 aber selbst nicht schlecht. Bis zu 300 Millionen Dollar soll er bekommen haben, so die Schätzungen. Das reicht für Platz 20. Deutschen Anlegern dürfte auch Chris Hohn bekannt sein. Der ist Mitinhaber des Hedgefonds The Children's Investment Fund (TCI) und wurde in Deutschland bekannt, weil er den damaligen Vorstandschef der Deutschen Börse, Werner Seifert, in den Rückzug trieb.

Mit diesen Zahlen haben die Hedgefondsmanager die Investmentbanker und die Venture-Capital-Investoren vom Thron der Großverdiener gestoßen. Noch in den 80er Jahren staunte die Welt über die Boni der Investmentbanker, in den 90ern waren es die Saläre der Venture-Capital-Investoren, auf die die Welt schaute und staunte. Nun sind die Hedgefondsmanager die "Masters of the Universe".

Die Auswertung des Magazins beruht übrigens auf Schätzungen. Die wiederum fußen auf den Managementgebühren und Beteiligungen, mit denen die Manager persönlich vom Erfolg ihrer Investments profitieren. Kein Wunder, dass auch die Verwalter herkömmlicher Investmentfonds sich aufmachen und bei Hedgefondsfirmen anheuern oder gleich eine eigene Firma aufmachen. Und mancher, der diesen Schritt noch nicht gewagt hat, äußert zumindest hinter vorgehaltener Hand, mit diesem Gedanken gespielt zu haben. Dagobert Duck könnte es verstehen.