DaimlerChrysler Ihre Gebote, bitte

DaimlerChrysler will offenbar schon in dieser Woche mit den Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus sowie dem Zulieferer Magna Verkaufsgespräche über seine kriselnde US-Tochter Chrysler führen. Ein weiterer Interessent aber steht bisher anscheinend nicht auf der Einladungsliste: Der US-Milliardär Kirk Kerkorian.

Stuttgart - Der deutsch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler  treibt die mögliche Trennung von seiner amerikanischen Unternehmenssparte Chrysler offenbar weiter voran. DaimlerChrysler-Vorstand Rüdiger Grube trifft sich einem Zeitungsbericht in dieser Woche mit möglichen Käufern für seine angeschlagene US-Tochter Chrysler. Die Beteiligungsgesellschaft Tracinda des US-Milliardärs Kirk Kerkorian scheine dabei nicht auf der Einladungsliste zu stehen, berichtet das "Wall Street Journal".

Am Mittwoch will der Manager demnach Treffen mit Vertretern des Konsortiums aus den Beteiligungsgesellschaften Blackstone und Centerbridge, des Investors Cerberus Capital Management sowie des Konsortiums aus dem kanadischen Autozulieferer Magna International  und dem Finanzinvestor Ripplewood Holdings vereinbaren. Alle zeigten zuletzt Interesse an Chrysler.

Kerkorians Firma Tracinda arbeitet der Zeitung zufolge weiterhin daran, doch noch zu diesen Gesprächen eingeladen zu werden. Die Gesellschaft hatte Ende vergangener Woche überraschend ein Übernahmeangebot in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar für Chrysler vorgelegt. Allerdings stelle Tracinda Forderungen, die die übrigen Gruppen nicht erhöben. So fordere das Unternehmen beispielsweise, dass DaimlerChrysler einen Teil der US-Pensionsverbindlichkeiten und Gesundheitskosten der Chrysler-Sparte übernehme.

Zudem möchte Kerkorians Beteiligungsvehikel 60 Tage lang exklusiven Einblick in die Bücher des Konzerns nehmen - zu lange für DaimlerChrysler, berichtet die Zeitung weiter. Der deutsch-amerikanische Konzern stufe andere Gebote als besser ein. "Nach Prüfung aller Optionen werden wir uns für die entscheiden, die unseren Kriterien am besten entspricht", sagte ein DaimlerChrysler-Sprecher dem "Wall Street Journal"

Kerkorian war bereits vor dem Zusammenschluss mit Daimler einer der größeren Chrysler-Aktionäre und wollte Chrysler im Jahr 1995 sogar übernehmen, scheiterte aber mit dem Plan. Gegen die anschließende Fusion mit Daimler-Benz zu DaimlerChrysler hatte er geklagt, aber auch damit keinen Erfolg. Zuletzt hatte Kerkorian mit seiner Beteiligung beim US-Automobilhersteller General Motors für Aufsehen gesorgt.

Aktienhändlern zufolge hat die Citigroup  ihre Einschätzung der DaimlerChrysler-Aktie mittlerweile überdacht. Die Analysten des Geldhauses rieten Anlegern nun, Titel des Autobauers zu kaufen. In den kommenden Wochen hätten die Aktien das Potential auf einen Kurs von 72 Euro zu steigen. Heute kostet eine DaimlerChrysler-Aktie 61,95 Euro und damit rund 0,6 Prozent weniger als gestern.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, reuters und vwd