Mittwoch, 24. Juli 2019

Puma-Übernahme Franken ist nicht Frankreich

Die Börse feiert die angekündigte Übernahme mit satten Kurszuwächsen. Doch wie gut passt Puma wirklich zum Luxusimperium des französischen PPR-Konzerns? Muss die Kaufofferte noch nachgebessert werden? Und was wird aus Puma-Chef Jochen Zeitz? manager-magazin.de hat Analysten nach ihrer Einschätzung befragt.

Hamburg - Noch dürfte es wohl ein wenig dauern, bis in den Shops der luxuriösen Einkaufsmeilen dieser Welt das schnittige Puma-Täschchen neben dem sündhaft teuren Prêt-à-Porter-Kleidchen von Gucci zu finden sein wird. Und so recht mag es auf den ersten Blick auch nicht einleuchten, dass der Luxusmarkenkonzern Pinault-Printemps-Redoute Börsen-Chart zeigen (PPR), der unter seinem Dach ebenso die Nobelmarke Yves Saint Laurent beherbergt, nun auch nach dem Sportartikelhersteller Puma Börsen-Chart zeigen greift.

Doch derlei Einschätzung dürfte eher dem Blick des hartnäckigen Modemuffels geschuldet sein. Denn schon längst haben Spitzendesigner aus der französischen Metropole Paris auch für das fränkische Unternehmen in Herzogenaurach gearbeitet. Und dass Puma und Pinault-Printemps-Redoute durchaus eine gemeinsame Zukunft haben könnten, da besteht unter Analysten kein Zweifel.

"PPR und Puma passen von der Ausrichtung prinzipiell zusammen", sagt Analyst Tim Burkhardt von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) am Dienstag im Gespräch mit manager-magazin.de. Puma genieße zwar nicht das Renommee von Gucci, stelle aber bereits eine hochwertige Marke dar. Zudem habe sich das Lifestyle-Unternehmen zuletzt geschickt in kleineren Segmenten wie dem Segelsport positionieren können, wo man eine zahlungskräftige Klientel anspreche und mit hochpreisigen Artikeln punkten werde.

"Zusätzliches Design-Know-how für Puma"

Puma trete vor allem als sportliche Modemarke und weniger als reiner Sportartikelhersteller auf. Deshalb dürfte sich das Unternehmen unter dem Dach von PPR zweifelsohne wohler fühlen, als unter der Decke von Nike Börsen-Chart zeigen, urteilt auch Analyst Roland Könen vom Bankhaus Lampe. Die Denkweise in Herzogenaurach in Bezug auf die Marke dürfte jedenfalls der eines Luxusgüterkonzerns deutlich näher sein als der eines reinen Sportartikelherstellers, sagt der Analyst im Gespräch mit manager-magazin.de.

Vorstandschef Jochen Zeitz hat Puma im vergangenen Jahrzehnt zu einer weltweit begehrten Lifestyle-Marke ausgebaut und bezeichnete am Dienstag den französischen Konzern im Bereich Mode und Handel als "idealen Partner für eines der führenden Sportlifestyle-Unternehmen wie Puma". Dieser Auffassung will man in Analystenkreisen nicht widersprechen. "Puma hat zwar in vielen Ländern Lizenzen vergeben, könnte mit PPR künftig allerdings auf ein weltweites Vertriebsnetzwerk und zusätzliches Design-Know-how zurückgreifen", sagt Könen vom Bankhaus Lampe.

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