Nissan Plattform-Strategie und Sparkurs

Die Nummer zwei unter den japanischen Autoproduzenten will mit einem Sparkurs wieder in die Gewinnzone. Helfen soll ein Renault-Manager mit Spar-Erfahrung. Der plant, Werke zu schliessen und die Plattform-Strategie zu forcieren.

Tokio - Carlos Ghosn war vor drei Monaten vom Autobauer Renault nach Japan entsandt worden. Die Franzosen sind mit 37 Prozent Hauptaktionär bei Nissan. Nun hat Ghosn seinen Zukunftsplan vorgelegt, den er mit den Worten "Wir müssen mutig sein, um wieder stark zu werden" erklärte.

Die Produktionskapazität in Japan soll um 30 Prozent gesenkt und die Schulden bis zum Geschäftsjahr 2002 auf 700 Milliarden Yen halbiert werden. Insgesamt sind Kosteneinsparungen in Höhe von einer Billion Yen (17,6 Milliarden Mark) geplant, sagte Ghosn in Tokio.

Mit seinem Plan will Ghosn den japanischen Konzern bereits im nächsten Jahr wieder in die Gewinnzone führen. Bis 2002 sollen Wachstum und Kosteneinsparungen einen konsolidierten Betriebsgewinn von 4,5 Prozent des Umsatzes ermöglichen.

Zu diesem Zweck werden bis März 2001 drei Werke in Japan geschlossen, bis März 2002 folgen zwei weitere Motorenproduktionsstätten. Mit zusätzlichen 200 Milliarden Yen sollen die durch die Umstrukturierungen anfallenden Kosten aufgefangen werden.

Statt bisher 24 Plattformen in sieben Werken sollen im Jahr 2002 nur noch 15 Plattformen in vier Werken produziert werden. Zwei Jahre später sollen es nur noch zwölf sein, hieß es. Das derzeitige Produktionsvolumen von 1,28 Millionen Fahrzeugen in Japan laste die Werke zu 53 Prozent aus, sagte Ghosn. Mit der Umstrukturierung werde die Kapazität in Japan um 30 Prozent reduziert und die Auslastung der Werke bis zum Geschäftsjahr 2002 auf 82 Prozent steigen.

Die Kosten für den Einkauf, die 60 Prozent der Gesamtkosten des Unternehmens ausmachten, sollen in den nächsten drei Jahren um 20 Prozent gesenkt werden, sagte Ghosn. Nissan-Chef Yoshikazu Hanawa sprach vom Beginn einer "neuen Ära für unser stolzes Unternehmen". Man werde den Plan unumkehrbar machen.

Mit Investitionen in neue Produkte will er Nissan zu einem größeren Weltmarktanteil verhelfen. So soll das europäische Modellangebot von jetzt an bis 2003 komplett durch neue Modelle ersetzt werden. In Nordamerika soll das Angebot bis 2002 um vier neue Baureihen erweitert werden, einschließlich eines an alte Traditionen anknüpfenden Nachfolgers der legendären Z-Baureihe. Die erste aus der Allianz mit Renault stammende Plattform werde ab 2002 in Japan als Basis für den Nissan Micra und den Nissan Cube diene, hieß es.