Beate Uhse Verregnete Bilanz

Der Erotikkonzern Beate Uhse hat im vergangenen Jahr wegen eines Wasserschadens im niederländischen Versandzentrum rückläufige Umsätze und Gewinne verbucht. Der Umsatz reduzierte sich um 5 Prozent, auch der Gewinn brach ein.

Flensburg - Ein Wasserschaden im Hauptlager hat dem Erotikkonzern Beate Uhse  die Bilanz für das Jahr 2006 verregnet: Weil eine fehlerhafte Sprinkleranlage mitten im Weihnachtsgeschäft losging, büßte das Unternehmen 15 Millionen Euro Umsatz und zehn Millionen Euro Gewinn ein, wie Firmenchef Otto Christian Lindemann am Freitag in Hamburg bei der Vorstellung der Bilanz mitteilte.

Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 4,9 Prozent auf 271 Millionen Euro, der Jahresüberschuss sank um 30 Prozent auf 10 Millionen Euro. Für 2007 erwartet Lindemann steigende Gewinn und Umsätze, auch wegen einer erwarteten Millionenzahlung der Versicherung.

Lindemann kündigte außerdem eine Neuausrichtung der 320 Beate Uhse-Filialen an. Die Läden sollen endgültig ihr Schmuddelimage verlieren und heller, offener und freundlicher werden. Vorbild sei ein neuer so genannter Flagship Store in München in bester Citylage, dem bald ein neuer Großladen in Dortmund folgen soll. Läden in Rotlichtlagen könnten dagegen langfristig auslaufen.

Nachdem der Erotikkonzern das Experiment mit einer reinen Frauen-Ladenkette unter dem Namen Mae B. aufgegeben hat, soll nun Beate Uhse in 15 europäischen Ländern mit zwei Ausnahmen (Frankreich, Niederlande) auch der Markenname sein. Im kommenden Jahr will der Anbieter in Spanien an den Start gehen.

Lindemann kündigte an, dass im Mai der Verkauf des 27-Prozent-Anteils von Hauptaktionär und Beate Uhse-Sohn Ulrich Rotermund abgeschlossen sein könne. Interessenten seien Privatanleger und Handelsunternehmen, aber keine Hedgefonds.

Rotermund ist zurzeit Aufsichtsratsvorsitzender des Beate-Uhse-Konzerns. Rund 50 Prozent der Aktien sind im Streubesitz. Im vergangenen Jahr war der Aktienkurs des Unternehmens gegen den Börsentrend kräftig gefallen. Der aktuelle Kurs von etwa 4,80 Euro spiegelt nach Ansicht von Lindemann den Wert des Unternehmens nicht wider.

Beate Uhse ist nach eigenen Angaben das weltweit größte Unternehmen im Erotik-Business. Die Produkte werden über den Großhandel, im Versand und Einzelhandel sowie über das Internet vertrieben. Das Unternehmen mit Sitz in Flensburg beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter und ist seit 1999 an der deutschen Börse notiert. Die 2001 verstorbene Beate Uhse hatte die Firma 1946 gegründet.

manager-magazin.de mit Material von ap