Buchungsskandal Dell verschiebt Bericht

Der US-Computerhersteller Dell kann den Termin zur Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen nicht einhalten. Bei einer internen Prüfung fielen mehrere Fehler in den Büchern auf. Jetzt muss neu gerechnet werden. Auch die Börsenaufsicht SEC ermittelt.

Round Rock/Texas - Der PC-Hersteller Dell  legt seinen Bericht für das abgelaufene Geschäftsjahr später vor. Das Unternehmen sei bei einer internen Überprüfung seiner Buchhaltung auf Fehler in bereits veröffentlichten Berichten gestoßen, teilte der US-Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Die Zahlen müssten neu geprüft werden. Deshalb werde Dell die Frist versäumen, bis zum 18. April seine Bilanz der US-Börsenaufsicht SEC vorzulegen.

Wörtlich hieß es in der Mitteilung des Unternehmens, bei der internen Prüfung seien "einige Buchungsfehler, Hinweise auf Fehlverhalten und Mängel im Umfeld der Finanzkontrolle" festgestellt worden. Details könne das Unternehmen nicht nennen, sagte Firmensprecher Dwayne Cox. Dell lasse prüfen, ob Berichte aus den vergangenen Jahren korrigiert werden müssen.

"Wir nähern uns dem Abschluss unserer Ermittlungen", ließ sich der Buchungsprüfer Thomas Luce zitieren. "Wir bringen die Zeit und Ressourcen auf, die nötig sind, um eine vollständige und saubere Prüfung abzusichern, alle aufgeworfenen Fragen zu klären und angemessene Maßnahmen zur Besserung durchzuführen." Das Unternehmen ließ nicht verlauten, wie lange die Ermittlungen noch dauern. Die Berichte aus dem zweiten, dritten und vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres werden weiterhin als vorläufig bezeichnet und noch nicht der SEC vorgelegt.

Im vergangenen August hatte das Unternehmen über einen Brief informiert, in dem die SEC bereits 2005 Aufklärung verlangt hatte. Dell-Vertreter spielten das zunächst als Routineermittlung herunter, wie sie in Hunderten anderer Unternehmen auch vorkomme. Inzwischen ist daraus jedoch ein großes Verfahren geworden. Dell sieht sich auch einer Reihe von Klagen der Aktionäre gegenüber. Der Staatsanwalt von Süd-New York lässt die Berichte des Unternehmens seit 2002 prüfen. An der Börse wurde die Nachricht negativ bewertet. Die Aktien gaben im elektronischen Handel knapp 6 Prozent auf 22 Dollar nach.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap