Medion Noch tiefer rot

Der Elektronikhersteller Medion ist im vergangenen Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als vorhergesagt. Statt der prognostizierten 60 Millionen Verlust fuhr der Aldi-Lieferant ein Minus von mehr als 65 Millionen Euro ein. Bei der Dividende sollen die Aktionäre daher diesmal leer ausgehen.

Essen - Der Elektronikgroßhändler Medion  ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht und rechnet mit weiter sinkenden Umsätzen. Unter dem Strich schloss der Hersteller von Aldi-Computern das Jahr 2006 mit einem Verlust von 65,4 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Damit liegt der Wert noch unter der im November ohnehin nach unten geschraubten Prognose eines Fehlbetrages von bis zu 60 Millionen Euro.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbuchte Medion einen Verlust von 93,6 Millionen Euro nach plus 22,0 Millionen im Jahr zuvor. Der Umsatz brach um 36,5 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro ein. Auch für das laufende Jahr rechnet Medion weiter mit einem Umsatzrückgang, will aber schwarze Zahlen schreiben, wie Vorstandschef Gerd Brachmann am Mittwoch in Essen ankündigte. "Medion ist aus dem Gröbsten heraus", sagte Brachmann.

"Aus heutiger Sicht rechnet Medion für 2007 und 2008 mit einem Jahresumsatz von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro", hieß es. Insgesamt werde ein Ebit von 0,5 Prozent bis 1,5 Prozent des Umsatzes erwartet. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters würde Medion damit maximal auf 22,5 Millionen Euro kommen.

Eine Dividende sollen die Aktionäre des im SDax gelisteten Unternehmens angesichts der schlechten Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr nicht erhalten. Für das Jahr 2005 hatte das Unternehmen noch eine Ausschüttung von 19 Cent je Aktie vorgenommen. Medion leidet seit längerer Zeit unter dem Preisverfall seiner Geräte, hohen Kosten und rückläufigen Bestellungen der Großkunden wie Aldi und Metro.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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