Nokia Grösse zählt

Handy-Produzenten sind die Vorreiter in einem Markt, der seit der Telecom-Messe in Genf als "Wachstumsmotor der Weltwirtschaft" gilt. Anleger können mit dem Papier des Marktführers aus Finnland mitverdienen.

In der vergangenen Woche haben Nokia und der schwedische Konkurrent Ericsson potentiellen Investoren in Genf ihre neuen Wundergeräte vorgeführt. Mit WAP- und vor allem Internet-fähigen Mini-Telefonen demonstrierten sie, wie die Zukunft der Kommunikation aussehen wird. Klar scheint, dass die Handyhersteller mit ihrem Angebot, Internet drahtlos zu benutzen, ganz vorn liegen.

Nun müssen die Hersteller allerdings erst einmal zeigen, ob sie selbst dann mit den Telefonen Geld verdienen können, wenn die Nachfrage zwar kräftig ansteigt, aber die Preise fallen. Beide Unternehmen berichten in dieser Woche über ihre Quartalszahlen.

Rund eine Milliarde Menschen, so eine Schätzung von Motorola, werden im Jahr 2005 ein Handy besitzen und benutzen - heute sind es rund 300 Millionen. Die US-Firma ist nach Nokia und vor Ericsson die Nummer zwei weltweit. Zusammen haben die drei führenden Produzenten rund zwei Drittel des gesamten Marktes in ihrer Hand.

Ein Markt freilich, in dem Grösse zählt. In den vergangenen zwölf Monaten seien die Preise um 30 Prozent gefallen, ermittelte Ericsson. Die Schweden sehen im Vergleich nicht so gut aus: Nach Problemen in der Fertigung und Wechsel im Management dürfte Ericsson am Freitag erneut einen Gewinnrückgang melden.

Marktführer Nokia kann dagegen die Stückzahlen fertigen, die Gewinn versprechen. Analysten erwarten, dass die Finnen am Donnerstag ein Gewinnplus von 23 Prozent für das dritte Quartal vorlegen.

Nokia wird in diesem Jahr rund 68 Millionen Geräte produzieren. Das sind 75 Prozent mehr als der schwedische Konkurrent Ericsson. Die Menge drückt den Stückpreis. Danach kann Nokia jedes Gerät mit einer Marge von 23 Prozent verkaufen, während Ericsson im ersten Halbjahr gerade mal ein Prozent pro Gerät verdiente.

Unter Analysten gilt Nokia als stark. Immerhin hat das Unternehmen in den sechs vergangenen Quartalen die Erwartungen der Profis weit übertroffen. Der Gewöhnungseffekt stellte sich schnell ein: In den vergangenen sechs Quartalen ist der Kurs am Tag der Gewinnmeldung stets zurückgegangen.

Nach dieser Pause ging es jedoch stets weiter bergauf. Die Kursgewinne der Top drei entsprechen ihrem Marktanteil: Ericsson legte in diesem Jahr rund 30 Prozent zu, Motorala sieht mit einem Plus von 35 Prozent etwas besser aus. Nokia machte dagegen 55 Prozent gut.