Übernahme Repower unterstützt Areva

Im Übernahmestreit um Repower unterstützt die Unternehmensführung das erhöhte Angebot des französischen Atomkonzerns Areva. Doch gleichzeitig will der Hamburger Windanlagenhersteller andere Interessenten nicht vergraulen.

Hamburg - Nach Ansicht von Vorstand und Aufsichtsrat wäre Areva ein geeigneter strategischer Partner, teilte Repower  Systems am Dienstag in Hamburg mit. Die indische Suzlon-Gruppe bietet bisher 126 Euro pro Aktie. Zudem beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat von Repower am Dienstag eine Kapitalerhöhung. Der im Bieterstreit stark gestiegene Kurs der Repower-Aktie gab am Dienstagnachmittag leicht nach.

Areva hatte am vergangenen Donnerstag durch einen direkten Kauf von Repower-Aktien zum Kurs von 140 Euro seinen Anteil an dem Hamburger Unternehmen auf mehr als 30 Prozent erhöht und muss nun allen anderen Aktionären diesen Preis anbieten. Das Suzlon-Angebot läuft am 20. April aus. Ein neues Angebot des indischen Unternehmens liege bislang nicht vor, sagte ein Repower-Sprecher. Inhaltlich könne Repower mit beiden Angeboten gut leben. Es sei durchaus möglich, dass ein neues, besseres Angebot von Suzlon wiederum die Unterstützung von Repower finden könne. Suzlon tritt in dem Bieterstreit gemeinsam mit der portugiesischen Martifer-Gruppe an, die gut 25 Prozent an Repower hält.

Die beschlossene Kapitalerhöhung diene unter anderem der Vorfinanzierung großer europäischer Offshore-Projekte, bei denen sich Repower in fortgeschrittenen Verhandlungen befinde, teilte das Unternehmen mit. Geplant sei die Ausgabe von bis zu 811.799 neuen Repower-Aktien gegen Bareinlagen. Die neuen Aktien werden den Angaben zufolge den Repower-Aktionären in der Zeit vom 26. März 2007 bis 10. April 2007 zu einem Bezugspreis von 136,00 Euro in bar je Aktie im Wege des mittelbaren Bezugsrechts angeboten. Das Bezugsverhältnis betrage zehn zu eins. Das heißt, für jeweils zehn gehaltene Repower-Aktien kann eine neue Aktie erworben werden. Ein Handel der Bezugsrechte sei nicht vorgesehen.

Der gegenwärtig gebotene Preis mehr als 1,1 Milliarden Euro für Repower ist deutlich höher, als nach den üblichen Methoden der Unternehmensbewertung zu erwarten wäre. Areva und Suzlon sind strategische Investoren, die jeweils einen Mehrwert für ihr eigenes Unternehmen aus der Übernahme erwarten. Der Staatskonzern Areva, größter Hersteller von Atomkraftwerken, will ein neues Geschäftsfeld für alternative Energien aufbauen, Suzlon zu einem der führenden Windanlagenhersteller weltweit aufsteigen.

manager-magazin.de mit Material von dpa