ABN Amro/Barclays Hauptquartier in Amsterdam

Die niederländische Bank ABN Amro und das britische Geldhaus Barclays kommen bei ihren Fusionsverhandlungen zügig voran. Beide hätten sich in einigen Schlüsselfragen geeinigt, teilte Barclays mit. Einigkeit besteht auch darin, wer den Chef stellen darf.

London/Amsterdam - Die britische Großbank Barclays  und das niederländische Kreditinstitut ABN Amro  loten Einzelheiten einer möglichen Fusion aus. Sollten sich die Banken auf einen Zusammenschluss einigen, wäre der Holding-Sitz in Großbritannien, das operative Hauptquartier hingegen in Amsterdam angesiedelt, teilten beide Unternehmen am Dienstag in London mit. Das Gemeinschaftsunternehmen wäre als PLC an der Londoner Börse gelistet mit einer Zweitnotierung an der Euronext .

Barclays würde im Falle eines Zusammengehens den Unternehmenschef stellen, während der Aufsichtsratschef von ABN Amro käme. Beide Seiten betonten aber, dass noch keine Entscheidung gefallen sei.

Die Verhandlungen sollen zunächst "exklusiv" geführt werden. Falls die Gespräche Erfolg haben, entsteht ein neuer Finanzriese mit 47 Millionen Kunden. Allerdings könnten die beiden potenziellen Partner auch ins Visier anderer Großbanken geraten.

Die Fusionserwartung trieb am Dienstag die Aktienkurse beider Unternehmen in die Höhe. Nach einem Sprung der ABN-Amro-Aktie am Vortag um fast 10 Prozent auf den Rekordschlusswert von 29,94 Euro notierte das Papier in Amsterdam bei 31,00 Euro, ein weiteres Plus von 3,54 Prozent. Das entspricht einem Marktwert der umworbenen Bank von rund 57 Milliarden Euro. Für die Barclays-Aktie ging es in London um 3,69 Prozent auf 702 Pence hoch.

Die beiden Banken hatten bereits am Montagabend mitgeteilt, man wolle eine sich "hoch ergänzende Partnerschaft" bilden. Die Gespräche seien aber noch in einer frühen Phase. Es gebe keine Sicherheit, dass die Verhandlungen zum Erfolg führten. In den vergangenen Jahren hatte es zwischen Barclays - der Nummer drei in Großbritannien - und ABN Amro bereits mindestens drei Anläufe für eine Zusammenarbeit gegeben, ohne dass daraus etwas wurde.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters