Kion Börse im Blick

Europas führender Gabelstaplerhersteller Kion hat seinen Umsatz im abgelaufenen Jahr um mehr als 10 Prozent gesteigert und peilt für 2007 weiteres Wachstum an. 2009 will die weltweite Nummer zwei dann reif für den Kapitalmarkt sein - ein Termin für den Börsengang steht aber noch nicht fest.

Frankfurt - Der Ende 2006 von Linde abgespaltene Gabelstaplerkonzern Kion will bis 2009 selbst reif für den Kapitalmarkt sein. "Dann wollen wir die internen Voraussetzungen geschaffen haben. Ein Börsengang ist aber abhängig vom Kapitalmarktumfeld", sagte der Finanzchef des ehemaligen Linde-Gabelstaplergeschäfts, Nedim Cen, bei einem Pressegespräch in Frankfurt.

Die beiden Eigentümer Kravis Roberts Co (KKR) und Goldman Sachs Capital Partners hatten bei der Übernahme einen mittelfristigen Börsengang in Aussicht gestellt. "Ob das nun 2011 oder 2009 sein wird, kann man jetzt schwer sagen",sagte Cen. Wenn das Marktumfeld allerdings entsprechend positiv sei, werde dies "aber eher früher als später der Fall sein".

Die Nummer zwei der Branche weltweit nach Toyota will ihren Wachstumskurs vor allem in Osteuropa, China und Nordamerika fortsetzen und schließt auch Zukäufe nicht aus. "Wenn sich die Gelegenheit ergibt, extern zu wachsen, werden wir dies wahrnehmen", sagte Vorstandschef Hubertus Krossa.

Das Unternehmen aus Wiesbaden hat seinen Umsatz 2006 um 10,8 Prozent auf 4,02 Milliarden Euro gesteigert. Der Auftragseingang legte um 13,2 Prozent auf 4,29 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) lag einschließlich aller Einmaleffekte mit 267 Millionen Euro. Damit sei die Ebita-Marge auf 6,6 von 6,1 Prozent gestiegen. Bis zum anvisierten Börsengang soll die Kennzahl Cen zufolge auf sieben bis 8 Prozent gesteigert werden.

Angaben zum Nettogewinn machte der europäische Marktführer nicht. Krossa bezeichnete Kion aber als "profitabelsten Anbieter der Branche". Für 2007 erwartet das Unternehmen angesichts des günstigen konjunkturellen Umfeldes eine weitere Umsatz- und Ergebnissteigerung.

Schuldenlast von knapp 2,7 Milliarden Euro

Die Nettofinanzschulden bezifferte Cen auf knapp 2,7 Milliarden Euro. Davon seien 2,6 Milliarden Euro Kredite, die das Investorenkonsortium um Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Goldman Sachs dem Unternehmen im Zuge der Übernahme aufgebürdet habe.

Im November hatte Linde seine Gabelstaplersparte für vier Milliarden Euro an die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts Co (KKR) und Goldman Sachs Capital Partners verkauft, um die Übernahme des britischen Konkurrenten BOC zu finanzieren.

Kion beschäftigte am 31. Dezember 20.102 Mitarbeiter, vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Deutschland beschäftigt Kion 7600 Menschen, für die bis 2011 ein Beschäftigungspakt gilt.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dow jones