MAN Nutzfahrzeuge Auf Rekordfahrt

Das Geschäft des Lastwagenherstellers MAN brummt: Nach dem Rekordjahr 2006 will die Nutzfahrzeugsparte des MAN-Konzerns auch im neuen Jahr kräftig wachsen. Umsatz und Absatz sollen um 10 Prozent zulegen. Zudem wirbt der Lkw-Hersteller weiter für eine Allianz mit Scania.

München - Der MAN-Konzern  macht auch nach der geplatzten Scania-Übernahme in seinem Lkw- und Busgeschäft weiter Tempo. Nach dem Rekordjahr 2006 habe sich der positive Trend zum Start ins neue Jahr bestätigt, teilte die MAN Nutzfahrzeuge AG am Dienstag in München mit. "Wir peilen ein neues Rekordjahr an", sagte der Vorstandschef der MAN-Nutzfahrzeuge-Gruppe Anton Weinmann.

Zudem wirbt der Lkw-Hersteller weiter für die geplante Allianz mit dem schwedischen Konkurrenten Scania. "Der Zusammenschluss beider Unternehmen macht absolut Sinn. Ich bin optimistisch, dass er zustande kommen wird", sagte Weinmann.

Vor allem für die Erschließung von Wachstumsmärkten wie Asien sei eine Bündelung der Kräfte von Vorteil. "Wir europäischen Nutzfahrzeughersteller müssen in diesen Regionen investieren und Marktpräsenz zeigen", sagte Weinmann.

Zu einem Zeitplan für die Gespräche mit Scania und dessen größten Aktionären Volkswagen und Investor wollte sich Weinmann nicht äußern. Die Abkühlungsphase nach den gescheiterten Übernahmeplänen, die alle Beteiligten vereinbart hätten, laufe weiter. In der Branche wird mit einer Aufnahme der Gespräche nach den Hauptversammlungen der beteiligten Unternehmen gerechnet.

VW hatte sich über die weitere Aufstockung seiner Beteiligungen an MAN und Scania und die Nominierung von Aufsichtsratskandidaten bereits starken Einfluss in dem Nutzfahrzeugpoker gesichert. Weiterhin geht Weinmann von Synergiepotenzialen von rund 500 Millionen Euro bei einem Zusammenschluss mit Scania aus. Die Stärken der Unternehmen würden dadurch zusammengefasst, sagte er.

Guter Start 2007

Guter Start 2007

Der Auftragseingang der MAN-Nutzfahrzeugsparte lag in den ersten beiden Monaten mit 2,2 Milliarden Euro um 38 Prozent über Vorjahresniveau. "Wir haben die stärkste MAN Nutzfahrzeuge aller Zeiten", sagte Weinmann. Im Gesamtjahr solle der Umsatz von 8,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr um 10 Prozent zulegen. Auch den Absatz von 87.160 Lkw und Bussen will MAN um 10 Prozent steigern. Das entspräche einem Umsatz von 9,5 Milliarden Euro und 96.000 verkauften Fahrzeugen. Die Umsatzrendite soll auf 8,5 Prozent von 7,7 Prozent steigen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr profitierte der Lkw- und Bushersteller von der hohen Nachfrage und der damit verbundenen starken Auslastung der Kapazitäten sowie erreichten Kostensenkungen bei Personal und Material. 2006 kletterte der Umsatz um 18 Prozent auf 8,69 Milliarden Euro, der Absatz um 17 Prozent auf 87.160 verkaufte Lastwagen und Busse.

Der Absatz werde künftig vor allem in Osteuropa und Asien zulegen, hieß es. In seinem Kernmarkt Europa, wo der Marktanteil bei Lastwagen zuletzt auf 15,9 Prozent wuchs, will MAN Nutzfahrzeuge bis 2010 einen Anteil von 18 Prozent erzielen. Um die wachsende Nachfrage in Osteuropa und Russland zu bedienen, will MAN ab dem Sommer in einem neuen Montagewerk in Krakau jährlich bis zu 15.000 schwere Lastwagen produzieren.

Mit Hochdruck arbeite der Lkw-Bauer an neuen, schadstoffarmen Motoren, sagte Weinmann. Für den Einsatz in Stadtbussen entwickle der Konzern Hybridantriebe.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dow jones, ap und dpa-afx