Münchener Rück Teure US-Tochter

Der Münchener Rück kommt ihre US-Tochter weiter teuer zu stehen: Im abgelaufenen Jahr stockte der weltweit zweitgrößte Rückversicherer die Reserven der Munich Re America um rund 600 Millionen Dollar auf, um diese für die Regulierung von Asbestschäden zu rüsten. Insgesamt schlug ein Verlust von einer Milliarde US-Dollar zu Buche.

München - Die Münchener Rück  muss erneut an ihre Reserven, um für alte Asbestschäden in den USA gerüstet zu sein. Wie der zweitgrößte Rückversicherer der Welt am Dienstag in seinem Geschäftsbericht mitteilte, wurden die Rückstellungen der US-Tochter für Asbestschäden aus den Beständen der Gruppe um rund 600 Millionen Dollar aufgestockt.

Zudem belastete ein Steuereffekt das Ergebnis der Munich Re America mit knapp einer Milliarde Dollar. Insgesamt verbuchte sie nach der Rechnungslegung der Gruppe trotz Fortschritten im operativen Geschäft einen Verlust von 1,03 Milliarden Dollar - 2005 betrug das Minus gut 1,5 Milliarden.

Trotz der Probleme will die Münchener Rück an ihrer Tochter festhalten. "Ein Verkauf steht überhaupt nicht auf der Tagesordnung", sagte ein Sprecher auf Anfrage. "Die Veräußerung eines bestimmten Teils des Portfolios wie alten Asbestschäden ist theoretisch eine Option, allerdings gibt es derzeit keine derartigen Überlegungen." Die Münchener Rück hat weltweit gut 1,5 Milliarden Euro für Asbestschäden zurückgestellt. Insgesamt hat der Konzern versicherungstechnische Reserven von 160 Milliarden Euro.

Nach der Aufstockung müssten die Reserven für Asbestschäden in den USA ausreichen, obwohl die Rechtsprechung schwer vorherzusehen sei. "Die Nachreservierung betrifft Schadenfälle vor dem Jahr 2002, also alte Jahrgänge", sagte der Sprecher.

Hier habe sich das Bild nach der jüngsten Risikoanalyse zum Nachteil der Münchener Rück verändert. "Das jüngere Geschäft unserer Tochter ist versicherungstechnisch aber sehr erfolgreich, sie hat die Wende geschafft." Nach US-Rechnungslegung erzielte sie 2006 einen versicherungstechnischen Gewinn von 618 Millionen Dollar, nachdem 2005 noch ein Verlust von 1,39 Milliarden zu Buche stand.

Die Münchener-Rück-Gruppe verdiente im vergangenen Jahr unter dem Strich 3,5 Milliarden Euro und fuhr damit zum dritten Mal in Folge ein Rekordergebnis ein. Dabei profitierte sie von der ungewöhnlich glimpflich verlaufenen Hurrikan-Saison. Für 2007 wird allerdings mit einem Gewinnrückgang gerechnet.

manager-magazin.de mit Material von reuters