Sonntag, 16. Juni 2019

Sanierungserfolg Opel-Gewinn hilft GM

Nach sieben Krisenjahren ist Opel in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Die Kosten sind deutlich gesunken, der Absatz legt zu. Die Muttergesellschaft General Motors schrieb zwar immer noch zwei Milliarden Dollar Verlust - verglichen mit dem Vorjahresergebnis ist das aber eine deutliche Erholung.

Detroit - Der weltgrößte Autokonzern General Motors (GM) Börsen-Chart zeigen hat dank Fortschritten bei der Sanierung auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt und einer sehr guten Geschäftsentwicklung seinen Verlust deutlich verringert. GM teilte am Mittwoch in Detroit mit, der Nettoverlust sei von 10,4 Milliarden Dollar im Jahr 2005 auf zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) verringert worden. Der Verlust pro Aktie verringerte sich auf 3,50 (Vorjahr:18,42) Dollar je Aktie. Der Umsatz erhöhte sich kräftig auf 205 (195) Milliarden Dollar.

Erfolgsmodell: Der Verkaufsschlager Opel Corsa
Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren verdiente GM 2,2 Milliarden Dollar oder 3,88 Dollar je Aktie gegenüber einem Verlust von 3,2 Milliarden Dollar oder 5,67 Dollar je Aktie in 2005. GM lieferte im vergangenen Jahr 9,1 Millionen Autos aus, davon mehr als zwei Millionen in Europa - ein Rekord.

Zum ersten Mal seit sieben Jahren schrieb die deutsche Tochter Opel dank ihres harten Sanierungskurses wieder Gewinn. GM erzielte 2006 in seinem Europageschäft mit der Hauptmarke Opel einen Nettogewinn nach Steuern von 227 Millionen Dollar (172 Millionen Euro). Im Vorjahr war bei Opel, Vauxhall und Saab noch ein Verlust von 375 Millionen Dollar angefallen. Grund für den Sprung in die schwarzen Zahlen seien infolge des Abbaus von 9500 Stellen seit 2005 gesunkene Kosten.

Das Unternehmen hatte im Schlussquartal 2006 einen Gewinn von 950 Millionen Dollar oder 1,68 Dollar je Aktie gegenüber roten Zahlen von 6,6 Milliarden Dollar oder 11,63 Dollar je Aktie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Quartalsumsatz fiel geringfügig auf 51,2 (51,7) Milliarden Dollar und fiel rund ein Viertel höher aus als von Branchenexperten erwartet.

Wegen Bilanzfehlern hatte GM die Vorlage der Zahlen von Januar in den März verschoben und wies nun wie angekündigt Nettoergebnisse bis ins Jahr 2002 zurück neu aus. Im abgelaufenen Jahr senkte GM nach den Worten seines Finanzchefs Fritz Henderson seine laufenden Kosten um 6,8 Milliarden Dollar. Das seien 800 Millionen Dollar mehr als ursprünglich geplant. Die Einsparungen resultierten vor allem aus Stellenstreichungen in der Produktion, aber auch aus geringeren Ausgaben für Entwicklung und Marketing.

Für das laufende Jahr erwartet Henderson eine Verbesserung der Profitabilität und beim Cash Flow. Konkrete Zahlen nannte er nicht. "Jeder wusste, dass 2006 ein großes Jahr werden würde - und es wurde eines", sagte er. "Aber niemand bei GM kann bereits einen Sieg ausrufen." GM leidet wie andere US-Hersteller unter einer weniger nachgefragten Modellpalette: Angesichts der gestiegenen Spritpreise greifen US-Autokäufer vermehrt zu den sparsameren Modellen der Konkurrenz vor allem aus Japan und lassen die schweren US-Geländewagen beim Händler stehen. Das Unternehmen will mit milliardenschweren Sparprogramm aus der Krise kommen. Zu einem möglichen Einstieg bei Chrysler wollte sich GM-Chef Rick Wagoner nicht äußern. GM wird ein Interesse an der US-Tochter von DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen nachgesagt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, dpa und reuters

© manager magazin 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung