Hannover Rück Rekord trotz Kyrill

Mehr als eine halbe Milliarde Euro Überschuss erwirtschaftete die Hannover Rück 2006 - so viel wie nie zuvor. 2005 betrug der Gewinn kaum ein Zehntel davon - die Hurrikan-Saison hatte ihren Tribut gefordert. Trotz Belastungen durch Orkan 'Kyrill' erwartet Vorstandschef Wilhelm Zeller auch 2007 ein "sehr gutes Ergebnis".

Hannover - Die Hannover Rück  hat dank der glimpflich verlaufenen Hurrikan-Saison im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn verbucht. Der Überschuss inklusive der im Dezember verkauften US-Tochter Praetorian habe sich auf 514,4 Millionen Euro mehr als verzehnfacht, teilte der Rückversicherer am Mittwoch in Hannover mit. Im Vorjahr hatten die verheerenden Wirbelstürme in den USA den Gewinn auf 49,3 Millionen Euro einbrechen lassen. An dem Rekordergebnis will die Hannover Rück ihre Aktionäre teilhaben lassen und eine Dividende von 1,60 Euro ausschütten - im Jahr zuvor waren die Anteilseigner leer ausgegangen.

Mit dem Überschuss übertraf die Hannover Rück ihre eigene Prognose und die Erwartungen der Branchenexperten leicht. "Wir haben unsere Ziele nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen und den höchsten Konzernüberschuss seit Bestehen unserer Gesellschaft vorlegen können", sagte Zeller. Von Reuters befragte Analysten hatten erwartet, dass die Hannover Rück unter dem Strich und inklusive Praetorian 496,9 Millionen Euro verdient.

Das operative Ergebnis (Ebit) belief sich ohne den Beitrag der US-Tochter auf 819,9 (Vorjahr 91,6) Millionen Euro. Die gebuchte Bruttoprämie - ebenfalls ohne Praetorian - ging leicht zurück auf rund 9,29 (9,32) Milliarden Euro. In der Schaden-Rückversicherung betrug die kombinierte Schaden-Kosten-Quote 98,4 Prozent nach 112,8 Prozent im Jahr zuvor. Damit waren die Aufwendungen für die Schäden durch die Einnahmen gedeckt.

Auch für das laufende Geschäftsjahr erwartet Hannover-Rück-Chef Wilhelm Zeller ein "sehr gutes Ergebnis". "Trotz des stürmischen Auftakt durch den Orkan 'Kyrill' erwarten wir für 2007 eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15 Prozent", bekräftigte der Konzernchef. Für die Dividende strebe das Unternehmen unverändert eine Ausschüttungsquote von 35 bis 40 Prozent des Gewinns an.

Der weltweit viertgrößte Rückversicherer hat für 2006 eine Eigenkapitalrendite von 18,7 Prozent erreicht.

Zukauf bei E+S Rück

Zukauf bei E+S Rück

Die Hannover Rück will laut Zeller ihren Anteil an der Deutschland-Tochter E+S Rück auf 63,8 Prozent von bislang 55,8 Prozent ausbauen. Zum Ende März werde die Hannover Rück weitere 8 Prozent der Anteile an E+S Rück übernehmen.

Die Hannover Rück werde zunächst von der Talanx-Tochter CIV deren 10 Prozent an E+S Rück übernehmen. Davon werde der Konzern 2 Prozent an einen anderen E+S Rück-Aktionär weitergeben, der ebenso Interesse an einer Anteilsaufstockung habe, sagte Zeller. Den Kaufpreis bezifferte er mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Den Zukauf begründete Zeller mit der hohen Profitabilität der Tochtergesellschaft, an deren Gewinnen die Hannover Rück künftig stärker teilhaben möchte.

Bislang halten acht Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, darunter CIV, 42,7 Prozent an der E+S Rück. 1,5 Prozent liegen im Streubesitz.

manager-magazin.de mit Material von djn, dpa, reuters