Cewe Color Demonstrierte Zuversicht

Der von Hedgefonds bedrängte Fotoentwickler Cewe Color zeigt sich optimistisch und rechnet mit breiter Unterstützung gegen seinen Belagerer. Bei der Vorlage der Zahlen schwor der Fotodienstleister seine Aktionäre am Mittwoch auf ein weiteres schweres Jahr ein. Ab 2008 sollen Umsatz und Ergebnis dann wieder zulegen.

Frankfurt am Main - Der Fotodienstleister Cewe Color  lässt sich von den Forderungen seines zweitgrößten Aktionärs nach einer hohen Sonderdividende nicht beirren. Andere Investoren, die zunächst der Forderung nach einer hohen Ausschüttung nicht abgeneigt gewesen seien, hätten überzeugt werden können, sich hinter das Management zu stellen, sagte Unternehmenschef Rolf Hollander auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt. "Wir sind sicher, dass wir auf der Hauptversammlung die Mehrheit hinter uns wissen", sagt der Manager.

CeWe Color will auf der Aktionärsversammlung am 26. April eine Dividende von 1,20 Euro vorschlagen. Der US-Fonds MarCap (bisher M2 Capital), der gut 10 Prozent der CeWe-Aktien hält, fordert jedoch fünf Euro je Aktie - sowie die Abwahl einiger Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Hollander ist jedoch optimistisch. "Wir treffen auf große Unterstützung auf breiter Front, auch bei Fonds", sagte Hollander. Neben MarCap zählen einige Fonds sowie die Erbengemeinschaft von Gründer Neumüller zu den Großaktionären. Die Erbengemeinschaft hält 27 Prozent an dem SDax-Unternehmen und steht hinter dem Management.

Großes Interesse an Hauptversammlung

Das Interesse an der Hauptversammlung ist angesichts des zu erwartenden Schlagabtauschs schon jetzt groß: Es hätten sich bereits deutlich mehr Aktionäre als in den letzten Jahren zur Hauptversammlung angemeldet, sagte Hollander - weshalb die Veranstaltung dieses Jahr auch nicht wie üblich in einem Hotel, sondern in einer Sportarena stattfinden wird.

Europas größter Fotoentwickler, der zuletzt Umsatz- und Ergebnisrückgänge verzeichnet hatte, schwört seine Aktionäre auf ein weiteres schweres Jahr ein: Die Zahl der Fotos, die Cewe für seine Kunden entwickelt, wird 2007 den Prognosen zufolge weiter zurückgehen: 2,6 (2,9) Milliarden Fotos sollen in diesem Jahr produziert werden und einen Umsatz von 380 Millionen Euro bringen - gut 5 Prozent weniger als im abgelaufenen Jahr. Das Ergebnis nach Steuern dürfte sich den Unternehmensprognosen zufolge auf sieben Millionen Euro halbieren.

Erst 2008 sollen Umsatz und Ergebnis mit neuen Angeboten rund um das Fotobuch und der Hilfe des Internets wieder zulegen. "2012 soll dann unser Umsatz deutlich über 2007 liegen, über 500 Millionen Euro", so Hollander.

Der Wechsel von analoger zu digitaler Fotografie hatte Cewe Color auch 2006 zu schaffen gemacht. Der Umsatz war um 7,1 Prozent auf rund 400 Millionen Euro gesunken. Das Ergebnis vor Steuern war mit 21,1 Millionen Euro um 17,3 Prozent niedriger. Der Überschuss stieg dank steuerlicher Einmaleffekte um 55,4 Prozent auf 17,9 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters