Hypo Real Estate Auf Renditekurs

Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate hat sein Ergebnis im ersten Quartal 2007 überraschend stark gesteigert. Die Bank arbeitet zusehends profitabler. Unternehmenschef Funke bestätigt die Jahresprognose.

München - Der Gewinn vor Steuern kletterte um 22 Prozent auf 172 Millionen Euro, wie die Hypo Real Estate  am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 166 Millionen Euro gerechnet.

"Die Ergebnisse der ersten drei Monate sind eine gute Grundlage, um unsere Ziele im Jahr 2007 zu erreichen", erklärte Vorstandschef Georg Funke. Angepeilt wird ein Vorsteuergewinn von mindestens 680 Millionen Euro und eine Eigenkapitalrendite nach Steuern zwischen 11 und 12 Prozent. Im ersten Quartal betrug diese wichtige Kennziffer für die Profitabilität von Banken 11,6 Prozent nach rund 10 Prozent im Gesamtjahr 2006.

Das Neugeschäftsvolumen soll 2007 bei mehr als 25 Milliarden Euro liegen. Im ersten Quartal legte es um ein Viertel auf 6,5 Milliarden Euro zu. Die operativen Erträge werden im laufenden Jahr bei über 1,2 Milliarden Euro erwartet. Sie erhöhten sich zu Jahresbeginn um 12 Prozent auf 295 Millionen Euro.

Im deutschen Portfolio sieht der Konzern eine Verbesserung der durchschnittlichen Marge. In der Branche tobt seit längerem ein Preiskampf: Dabei unterbieten sich die Hypo Real Estate und ihr Erzrivale Eurohypo  immer wieder bei Finanzierungsangeboten, was zu Lasten der Margen geht. Die zur Commerzbank  gehörende Eurohypo verdiente im ersten Quartal vor Steuern mit 206 Millionen Euro vier Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Den weiteren Angaben zufolge legte der Zinsüberschuss legte um 10 Prozent auf 217 (Prognose: 216) Millionen Euro zu, während der Überschuss im Provisionsgeschäft um 24 Prozent auf 42 (Prognose: 41) Millionen Euro anstieg. Die Kreditrisikovorsorge konnte um 21 Prozent auf 34 Millionen gedrückt werden und damit etwas stärker als von Experten erwartet. Im Gesamtjahr rechnet die Bank weiter mit einem Wert zwischen 150 und 160 Millionen Euro nach 159 Millionen Euro in 2006.

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen im ersten Quartal um 11 Prozent auf 89 Millionen Euro. Damit blieb der Anstieg den Angaben zufolge unter dem Planwert. Für 2007 kalkuliert die Bank mit Verwaltungsaufwendungen zwischen 360 bis 370 (2006: 335) Millionen Euro.

Die Cost-Income-Ratio, die Relation zwischen operativen Erträgen und Verwaltungsaufwand, sei von 31,1 Prozent auf 30,2 Prozent gesunken. Im laufenden Jahr soll der Wert unter 30 Prozent nach 31,0 Prozent in 2006 liegen. Das Immobiliengeschäft sei zwischen Januar und Ende März um 25 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro gestiegen. "Hinzu kam noch Neugeschäft für Syndizierungen und Verbriefungen über 1,2 Milliarden Euro", hieß es. Die durchschnittliche Rendite nach Steuern über alle Neugeschäfte gerechnet beträgt mehr als 13 Prozent.

manager-magazin.de mit reuters und dpa-afx