Hamburger Hafen Börsengang beschlossen

Der Hamburger Senat hat das Bieterverfahren für seine Hafengesellschaft HHLA gestoppt. Stattdessen werde ein Börsengang für höchstens 30 Prozent der HHLA-Anteile vorbereitet. Mit den Erlösen sollen Investitionen bezahlt werden.

Hamburg - Die Freie und Hansestadt Hamburg will die stadteigene Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) teilweise an die Börse bringen. Nach monatelangem Tauziehen über einen möglichen Teilverkauf der HHLA hat sich der Senat am Dienstag für einen Börsengang des Unternehmens und gegen einen Verkauf an einen Investor entschieden.

Das parallel laufende Bieterverfahren sei gestoppt worden, sagte Bürgermeister Ole von Beust (CDU). Es sollen demnach rund 30 Prozent des Aktienkapitals der HHLA als Stammaktien an der Börse angeboten werden.

Mit den Erlösen aus dem Börsengang sollen zusätzliche Mittel für Infrastrukturinvestitionen bis 2012 bereitgestellt werden, die bisher nicht in der mittelfristristigen Finanzplanung vorgesehen seien. Die HHLA-Beschäftigten hatten vehement gegen die Pläne zur Teilprivatisierung des Unternehmens protestiert. Sie drohten einen Überstunden-Boykott an und hätten dadurch den Betrieb im Hafen lahm gelegt.

Der HHLA-Konzernbetriebsratsvorsitzende Arno Münster zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert. Es sei ein Ergebnis zustande gekommen, indem beide Seiten aufeinander zugegangen sind. Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) hatte die Bedenken der Mitarbeiter als Grundlage für die weiteren Senatsgespräche genommen.

Die Stadt prüfte seit längerem eine Teilverkauf der HHLA und die Option des Börsengangs. Es sollten bis zu 49,9 Prozent der Anteile an Investoren veräußert werden. In dem Bieterwettbewerb waren zuletzt noch die australische Bank Macquarie  und ein Konsortium um den Baukonzern Hochtief .

Die HHLA gehört bisher über eine Zwischenholding zu 100 Prozent der Stadt, wird aber nach privatwirtschaftlichen Regeln geführt. Seit mehr als zwei Jahren prüft der Senat eine mögliche Teilprivatisierung des Unternehmens. Nachdem 2006 ein Verkauf an die Deutsche Bahn scheiterte, suchte die Landesregierung nach neuen Möglichkeiten. Im Jahr 2006 erwirtschaftete der HHLA-Konzern erstmals mehr als eine Milliarde Umsatz. Das Unternehmen beschäftigt 4215 Menschen.

Die HHLA um Vorstandschef Klaus-Dieter Peters ist Marktführer im Hamburger Containerumschlag und über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in fast allen Hafenbereichen direkt oder indirekt aktiv. So ist sie im Immobilien- und Beratungsgeschäften tätig und besitzt die historische Speicherstadt und Fischmarktimmobilien. Diese bleiben zur Sicherstellung des historischen und hafenverbundenen Charakters im Eigentum der HHLA.

manager-magazin.de mit Material von dpa