Kfz-Steuer Bonus für umweltfreundliche Diesel-Autos

Besitzer von Diesel-Autos werden vom Staat für umweltfreundliches Verhalten belohnt: Ab 1. April bekommen sie einmalig 330 Euro für den Einbau eines Rußfilters. Wer darauf verzichtet, zahlt künftig höhere Kfz-Steuern.

Berlin - Als Schlusspunkt unter einen jahrelangen Streit billigte der Bundesrat am Freitag den Bonus. Begünstigt werden Gebrauchtwagen, die zwischen dem 1. Januar 2006 und Ende 2009 nachgerüstet wurden oder noch werden. Der Zuschuss deckt die Kosten für den Filtereinbau etwa zur Hälfte ab.

Wer auf die Modernisierung verzichtet, muss vom 1. April an vier Jahre lang einen Aufschlag auf die Kfz-Steuer von 1,20 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum zahlen. Nach Schätzung des Finanzministeriums bedeutet das jährliche Zusatzkosten von 25 Euro pro Fahrzeughalter.

Neufahrzeuge, die nicht den künftigen, besonders strengen Euro-Partikelgrenzwert einhalten, werden ebenfalls mit dem Steuerzuschlag belastet. Die 330 Euro Gutschrift werden mit der Kfz-Steuerschuld verrechnet.

Ziel der Initiative ist eine Senkung der gesundheitsschädlichen Feinstaubbelastung durch Diesel-Pkw. Experten schätzen, dass etwa zwei Drittel der insgesamt zehn Millionen Diesel-Autos in Deutschland nachgerüstet werden können. Bund und Länder setzen darauf, dass die Hersteller schon bald nur noch Fahrzeuge mit Rußpartikelfiltern anbieten. Über das Konzept war viele Jahre lang diskutiert worden. Entsprechende Länderinitiativen gab es schon 2001. Erst nach Bildung der großen Koalition im Bund wurde der Durchbruch geschafft.

Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf lobte den Bundesratsbeschluss als Ende einer "unendlichen Geschichte". Der CSU-Politiker forderte die Produzenten auf, Rußfilter von vornherein einzubauen und nicht auf den staatlichen Bonus zu setzen.

SPD-Chef Kurt Beck verlangte Anstrengungen der deutschen Automobilindustrie. "Denn es ist nicht nur ein Thema der Luftreinhaltung und der menschlichen Gesundheit und des Klimaschutzes. Es ist auch zwischenzeitlich zu einem Wettbewerbsvorteil geworden, wenn man saubere Dieselfahrzeuge oder auch Otto-Motoren anbieten kann." Der Verkehrsclub Deutschland und Umweltschutzverbände riefen die Bürger dazu auf, das Angebot wahr zu nehmen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.