Deutsche Börse Zwei Vorstände gehen

Der Finanzchef der Deutschen Börse, Mathias Hlubek, hat nach wochenlangem Machtkampf an der Konzernspitze sein Amt niedergelegt. Auch Operations-Vorstand Matthias Ganz ist mit sofortiger Wirkung ausgeschieden.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Börse  trennt sich von ihrem Finanzchef. Mathias Hlubek habe sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt, teilte der Frankfurter Börsenbetreiber am Mittwochabend mit. Außerdem gehe auch Vorstand Matthias Ganz, der seit Anfang 2003 für den Bereich Operations verantwortlich zeichnete.

Die Dienstverträge seien in freundschaftlichem Einvernehmen aufgehoben worden, hieß es. Hlubek war seit 2001 Finanzvorstand. Bis auf Weiteres soll Vorstandschef Reto Francioni den Bereich von Hlubek zusätzlich zu seinen Aufgaben übernehmen. Die Aufgaben von Ganz übernehmen die übrigen Vorstandsmitglieder in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen.

Um Hlubeks Zukunft gab es bereits seit einigen Wochen Spekulationen in Zusammenhang mit einem bevorstehenden Konzernumbau hin zu einer Holding für die drei Bereiche Kassamarkt, Derivategeschäft und nachgelagerte Börsendienstleistungen. Mitte Februar wollte Börsenchef Francioni sich zu Spekulationen um eine angebliche Ablösung Hlubeks nicht äußern. In einem Medienbericht hatte es geheißen, Francioni wolle Hlubek und Ganz aus dem Unternehmen drängen.

Derzeit besteht der Vorstand der Börse nominell aus fünf Mitgliedern und zahlreichen so genannten Managing Directors. Beide Funktionen sind eng miteinander verzahnt. In jüngster Zeit war unter anderem im Aufsichtsrat der Börse Kritik an dieser Führungsstruktur geäußert worden. Dass der seit November 2005 amtierende Vorstandschef Francioni den Zuschnitt des Vorstands der Börse verändern will, gilt am Finanzplatz Frankfurt seit längerer Zeit als ausgemachte Sache.

Nach Informationen aus Frankfurter Finanzkreisen wollte Francioni mit Hlubek einen der letzten Getreuen seines Amtsvorgängers Werner Seifert im Management ersetzen. Seifert war im Mai 2005 von aufständischen Großaktionären zum Rücktritt gedrängt worden. Monatelang stand der Konzern danach ohne Führungsspitze da - Hlubek übernahm das Ruder. Der Finanzvorstand, der nach dem Vorstandschef ohnehin die Schlüsselfigur in einem Großkonzern ist, wurde damit für mehr als ein halbes Jahr zum Gesicht der Deutschen Börse. Hlubek hatte sich vor seiner Tätigkeit bei der Börse beispielsweise als Analyst der Investmentbank Morgan Stanley einen Namen gemacht.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx