Eon Sprudelnde Gewinne

Die hohen Strom- und Gaspreise lassen bei Eon kräftig die Kassen klingeln. Im abgelaufenen Jahr steigerte der Energiekonzern seinen Umsatz um 21 Prozent. Bei der Übernahme von Endesa will sich Eon vom neuen Konkurrenten Enel keinen Strich durch die Rechnung machen lassen.

Düsseldorf - Eon  hat im abgelaufenen Jahr Umsatz und Gewinn über die Erwartungen der Analysten hinaus gesteigert. Der Umsatz des Energiekonzerns stieg dank höherer Strom- und Gaspreise um 21 Prozent auf 67,8 Milliarden Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte zwölf Prozent auf 8,2 Milliarden Euro zu. Analysten hatten bei Erlösen von 67,0 Milliarden Euro nur ein bereinigtes Ebit von 8,0 Milliarden Euro erwartet.

Bei der Dividende schlägt der Konzern 3,35 Euro vor, weniger als erwartet worden war. Im vergangenen Jahr hatte Eon inklusive einer Sonderdividende je Aktie sieben Euro an die Anteilseigner ausgeschüttet.

Der Konzernüberschuss sank um 32 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Ein Rückgang war erwartet worden, hatte Eon doch durch Unternehmensverkäufe 2005 erhebliche Buchgewinne erzielt. Der um Sondereinflüsse bereinigte Überschuss stieg um 20 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. 2007 will der größte deutsche Energiekonzern sowohl den bereinigten Betriebsgewinn als auch den Überschuss leicht steigern.

Bei der Übernahme von Endesa  will sich Eon vom neuen Konkurrenten Enel  keinen Strich durch die Rechnung machen lassen. Eon habe trotz aller Widerstände seine Pläne konsequent vorangetrieben, erklärte Eon-Vorstandschef Wulf Bernotat am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf laut Redetext. "Von diesem Kurs lassen wir uns auch durch die Entwicklung der letzten Woche nicht abbringen." Enel war in der vergangenen Woche bei Endesa eingestiegen und hat sich inzwischen rund 22 Prozent an dem größten spanischen Versorger gesichert.

Gaspreis soll sinken

Gaspreis soll sinken

Eon hatte am Dienstagabend seine Forderung nach einer Satzungsänderung bei Endesa fallen gelassen, die Enel und der weitere Konkurrent Acciona  möglicherweise verhindern könnten. "Deshalb konzentrieren wir unsere Anstrengungen jetzt auf das Erreichen einer größtmöglichen Annahmeqoute", sagte Bernotat. Eon will sich mindestens 50,01 Prozent der Endesa-Papiere sichern.

Zudem kündigte der Energiekonzern für die kommenden Monate weitere Gaspreissenkungen an. Eon Ruhrgas werde die Gaspreise für Großhändler und Industriekunden zum 1. April deutlich senken, teilte der Konzern mit. Damit reagiere Ruhrgas auf die gesunkenen Ölpreise, an die die Gaspreise gekoppelt sind.

Gas für Haushaltskunden in Deutschland soll Anfang Mai oder Anfang Juni bis zu 8,4 Prozent billiger werden. Zwei der sieben Regionalversorger des Konzerns hätten die Gaspreise schon Anfang März reduziert. Die Düsseldorfer hatte nach einer Reihe von Preiserhöhungen zu Jahresanfang begonnen, die Preise zu senken. Eon Ruhrgas ist der führende deutsche Gaskonzern und beliefert andere Versorger.

manager-magazin.de mit Material von reuters