Adidas Erwartungen verfehlt

Der Sportartikelhersteller Adidas hat im vergangenen Jahr dank der Fußball-WM mehr umgesetzt und verdient. Allerdings blieben die Herzogenauracher mit dem Ergebnis hinter den Erwartungen zurück.

Herzogenaurach - Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas  hat im vergangenen Jahr dank der Fußball-Weltmeisterschaft mehr umgesetzt und verdient. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern blieb mit 881 (Vorjahr: 707) Millionen Euro wegen schwacher Margen der US-Tochter Reebok aber unter den Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Schnitt mit 897 Millionen Euro gerechnet.

Die operative Marge ging auf 8,7 von 10,7 Prozent zurück, wie das Unternehmen aus Herzogenaurach am Mittwoch mitteilte. 2007 soll sie trotz der zusätzlichen Ausgaben für Reebok auf neun Prozent steigen.

Dank der Fußball-WM in Deutschland und des Zukaufs in den USA, der seit Februar 2006 voll bei Adidas konsolidiert wird, wies Adidas erstmals in der Geschichte einen Umsatz von 10,08 Milliarden Euro aus. Unter dem Strich blieben 483 Millionen Euro, ein Plus von 26 Prozent. Die Aktionäre sollen mit einer auf 42 Cent erhöhten Dividende am Gewinn teilhaben. Für 2005 hatten sie 33 Cent erhalten.

Aufträge bei Reebok weiter rückläufig

"Nach einem starken Jahr 2006 konzentrieren wir uns in 2007 darauf, die Marke Reebok wieder auf Wachstumskurs zu bringen sowie Umsatz und Gewinn erneut zu verbessern", sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Er bekräftigte, dass der Konzern den Gewinn in diesem Jahr um annähernd 15 Prozent steigern wolle. Im November hatte Adidas das Ziel wegen der notwendigen Investitionen in die Marke Reebok gesenkt und die Aktionäre damit geschockt. Der Umsatz soll 2007 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zulegen.

Die Aufträge für die Marke Reebok gehen nach wie vor zurück. Ende 2006 lagen die vorliegenden Orders währungsbereinigt zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert. Höhere Aufträge in Asien hätten die Rückgänge in Europa und in den USA nicht wettmachen können, hieß es. Der Auftragsbestand der Marke Adidas selbst legte währungsbereinigt um ein Prozent zu.

An der Börse reagierten die Anleger verschnupft auf die Geschäftsentwicklung. "Das operative Ergebnis und der Überschuss im vierten Quartal liegen doch schon deutlich unter den Erwartungen", sagte ein Börsianer. "Die Integration von Reebok kommt für Adidas teurer als erwartet." Die Aktien des Sportartikelherstellers gaben am Morgen 2,4 Prozent nach.

manager-magazin.de mit Material von reuters