Beiersdorf Neuausrichtung drückt Ergebnis

Beiersdorf will seinen Umsatz im laufenden Geschäftsjahr vor allem im Ausland deutlich steigern. Bereits 2006 verbuchte der Konsumgüterhersteller ein Plus von 7,2 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Die Neuausrichtung der Logistik und Produktion innerhalb des Konzerns drückte jedoch das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern.

Hamburg - Der Kosmetikhersteller Beiersdorf will profitabler werden. Der um Sondereffekte bereinigte Jahresüberschuss soll überproportional zum Umsatz zulegen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Damit würde sich die Umsatzrendite weiter verbessern. Ein konkretes Renditeziel nannte der Konzern allerdings nicht. Für 2006 hatte Beiersdorf eine Rendite von 7,6 (Vorjahr: 7,0) Prozent ausgewiesen.

Für das abgelaufene Jahr sollen die Aktionäre eine leicht höhere Dividende von 60 (Vorjahr: 57) Cent erhalten. Beiersdorf hatte 2006 beim Umsatz erstmals die Marke von fünf Milliarden Euro geknackt. Kosten für das Sparprogramm lasteten allerdings auf den Erträgen. Einnahmen aus dem Verkauf der Medizintochter BSN lassen den Nettogewinn mit 668 Millionen Euro fast doppelt so hoch ausfallen wie vor Jahresfrist.

Die Neuausrichtung der Logistik und Produktion innerhalb des Konzerns drückte das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um rund 10 Prozent auf 477 (2005: 531) Millionen Euro. Um den Effekt bereinigt stieg das Ebit jedoch um rund 12 Prozent auf 597 Millionen Euro.

Produktions- und Logistikanlagen in Frankreich verkauft

Im Vorfeld der Bilanzpressekonferenz hat Beiersdorf den Verkauf seiner Produktions- und Logistikanlagen in Frankreich an zwei französische Unternehmen besiegelt. Die Verträge mit den neuen Betreibern, dem luxemburgischen Produzenten Fareva und dem französischen Logistiker Norbert Dentressangle, seien am Mittwoch unterzeichnet worden. Beide Käufer übernehmen den Angaben zufolge alle Mitarbeiter. Beiersdorf Frankreich hat Fareva und Denstressangle mehrjährige Liefer- und Servicebeziehungen zugesichert.

2007 veranschlagt der Vorstand für den Umbau des Beiersdorf-Konzerns Kosten von 70 Millionen Euro. Binnen zwei Jahren soll sich die Summe auf 100 Millionen Euro summieren. Insgesamt lässt sich das Unternehmen die Vereinfachung und Beschleunigung seiner Abläufe vom Einkauf bis zum Vertrieb bis 2009 220 Millionen Euro kosten. Dem stehen Einsparungen von jährlich 100 Millionen Euro gegenüber.

Die Geschäftssparte Konsumartikel, zu der unter anderem die Marke Nivea gehört, soll im laufenden Jahr 7 bis 8 Prozent Umsatz zulegen und damit deutlich stärker wachsen als der übrige Markt, hieß es. Für die Klebstoffsparte Tesa stellte Beiersdorf ebenfalls dieses Ziel auf, nannte aber keine konkrete Wachstumsrate.

Die Aktie von Beiersdorf  lag am Donnerstag leicht im Plus. "Die Zahlen sind unspektakulär und beinhalten keine große Überraschung", sagte ein Analyst. Die Ergebnisse seien kaum von den bereits veröffentlichten vorläufigen Zahlen abgewichen und damit wie erwartet ausgefallen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters