Konkurrenz belastet Telekom-Gewinn bricht ein

Der scharfe Wettbewerb im Inland hat der Telekom im abgelaufenen Geschäftsjahr stark zugesetzt. Alle drei Sparten büßten sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis im inländischen Geschäft ein. Im vierten Quartal rutschte der Konzern sogar tief in die Verlustzone. Gleichwohl soll die Dividende konstant bleiben.

Bonn - Der Anteil des Auslandsumsatzes der Deutschen Telekom  stieg hingegen auf 47,1 von 42,7 Prozent, wie der Konzern am Donnerstag in Bonn mitteilte. Unter dem Strich sank der Konzerngewinn auf 3,2 von 5,6 Milliarden Euro, was ein Telekom-Sprecher mit Aufwendungen für den laufenden Personalabbau begründete. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 0,72 Euro erhalten.

Nur dank des US-Geschäfts und des Erlösbeitrags der erstmals konsolidierten Töchter Telering, Gedas und PTC stieg der Konzernumsatz 2006 um 2,9 Prozent auf 61,3 Milliarden Euro und lag damit leicht unter der Prognose des Unternehmens. Kundenverluste und der Preisverfall im deutschen Markt drückten die Erlöse im Inland um 5 Prozent.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Konzern ging um 6,2 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro zurück und lag damit innerhalb der prognostizierten Spanne von 19,2 bis 19,7 Milliarden Euro. Die frei verfügbaren Mittel (Free Cash-Flow) sanken um 58,3 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, belastet von den Kosten für den Erwerb von zusätzlichen Mobilfunkfrequenzen in den USA für 3,3 Milliarden Euro.

Die Telekom hatte erst im Januar wegen der Probleme im Inland zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres ihre Prognose für das laufende Jahr gesenkt. Der Konzern rechnet nun noch mit einem bereinigten Ebitda von rund 19 Milliarden Euro nach bislang bis zu 20,2 Milliarden Euro.

Im herkömmlichen Festnetzgeschäft verlor die Telekom gut zwei Millionen Kunden an Wettbewerber, was neben dem Preisverfall den Außenumsatz der gesamten Sparte 2006 um 5 Prozent drückte. Das operative Ergebnis sank sogar um 11,2 Prozent, wozu auch Kosten für die Kundenakquise beitrugen. Wegen Preisrückgängen büßte die Mobilfunktochter am Heimatmarkt ein. Das Auslandsgeschäft konnte die Entwicklung jedoch kompensieren, wodurch die Sparte insgesamt ein Plus beim bereinigten Ebitda von 1,3 Prozent verzeichnete. Der Wettbewerbsdruck belastete auch die Geschäftskundensparte, deren operativer Gewinn um 22,4 Prozent einbrach.

Rund 900 Millionen Euro Verlust im vierten Quartal

Wegen der Belastungen durch den Personalabbau ist die Telekom im vierten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Der Fehlbetrag belaufe sich auf 898 Millionen Euro nach einem Überschuss von 991 Millionen Euro ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen weiter mit.

Die Telekom sollen bis Ende kommenden Jahres 32.000 Mitarbeiter verlassen, was im vergangenen Jahr nach Angaben eines Sprechers eine Belastung von 2,8 Milliarden Euro verursachte. Der Konzern führt den Abbau über Abfindungen und Frühpensionierung durch.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank belastet vom Deutschlandgeschäft um 12,5 Prozent auf 4,55 Milliarden Euro, während der Umsatz um 2,4 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zulegte. Die Deutsche Telekom ringt auf ihrem Heimatmarkt mit dem harten Wettbewerb, der die Margen in allen Geschäftsfeldern unter Druck setzt.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters