Delphi 5,5 Milliarden Dollar Verlust

Die Krise der US-Autoindustrie hinterlässt bei Delphi besonders tiefe Spuren. Der größte Autozulieferer hat seinen Verlust 2006 verdoppelt. Für die kommenden Jahre kündigt das unter Gläubigerschutz stehende Unternehmen weitere rote Zahlen an. Der Personalabbau kostet Milliarden.

Troy/Michigan - Der insolvente US-Autozulieferer Delphi hat 2006 wegen der Kosten seines drastischen Personalabbaus einen Verlust von 5,5 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) verbucht. Abfindungs- und Vorruhestandsprogramme für 20.000 Beschäftigte brachten Sonderbelastungen von drei Milliarden Dollar, teilte die Delphi Corporation am Dienstag mit. Im Jahr zuvor hatte die ehemalige Autoteile-Sparte von General Motors (GM) rote Zahlen in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar geschrieben.

Der Jahresumsatz ging um 500 Millionen auf 26,4 Milliarden Dollar zurück. Knapp die Hälfte des Umsatzes stammte von GM. Das Geschäft mit dem ehemaligen Mutterkonzern schrumpfte um 10 Prozent oder 1,2 Milliarden Dollar. Delphi-Finanzchef Robert Dellinger sagte, die Verluste seien auf die USA konzentriert gewesen.

Die großen US-Autobauer GM, Ford und Chrysler schrauben ihre nordamerikanische Autoproduktion stark zurück, um der fallenden Nachfrage gerecht zu werden. Hierunter leiden amerikanische Autozulieferer ganz besonders. Viele befinden sich in Insolvenzverfahren.

Delphi strebt mit den Gewerkschaften und mit GM Restrukturierungs-Vereinbarungen an. Damit will sich das angeschlagene Unternehmen sanieren und aus dem Insolvenzverfahren heraus kommen. Delphi kündigte weitere Verluste an, solange die Restrukturierung andauere. Die Firma steht seit Oktober 2005 unter Gläubigerschutz.

manager-magazin.de mit Material von dpa