RWE Hohe Gewinne zum Roels-Abschied

Der Energieversorger RWE hat sein Ergebnis dank höherer Strompreise deutlich erhöht. Das Betriebsergebnis kletterte 2006 um 13,7 Prozent auf 6,11 Milliarden Euro. In den nächsten fünf Jahren plant RWE Investitionen von bis zu 25 Milliarden Euro.

Essen - Zwei Tage nach dem angekündigten Abschied von Konzernchef Harry Roels hat RWE  für das vergangenen Jahr über den Erwartungen liegende Umsätze und Gewinne präsentiert. Der Umsatz stieg auch dank höherer Strom- und Gaspreise um 12,1 Prozent auf 44,26 Milliarden Euro, wie RWE am Freitag mitteilte.

Das Betriebsergebnis kletterte um 13,7 Prozent auf 6,11 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich sogar um 72,4 Prozent auf 3,87 Milliarden Euro. Darin enthalten sind aber Sondereffekte wie der Verkauf der britischen Wassertochter Thames Water, mit den RWE einen Buchgewinn von 700 Millionen Euro erzielte. Alle drei Kennzahlen fielen höher aus als Analysten erwartet hatten.

RWE hatte bereits angekündigt, die Dividende für 2006 auf 3,50 Euro zu verdoppeln. Der nach Eon  zweitgrößte deutsche Energiekonzern erwartet weiter steigende Gewinne und will kräftig investieren. In den kommenden fünf Jahren sind Ausgaben von bis zu 25 Milliarden Euro geplant.

Das Unternehmen bekräftigte, in diesem Jahr eine Mehrheit seiner US-Wassertochter American Water an die Börse bringen zu wollen. Roels hatte die Trennung von dem renditeschwachen Wassergeschäft in Großbritannien und den USA eingeleitet und den Konzern auf das Kerngeschäft mit Strom- und Gas getrimmt.

Für Thames Water kassierte RWE einschließlich der Weitergabe von Schulden knapp zwölf Milliarden Euro. Erstmals seit 2001 hat RWE netto keine Finanzschulden mehr. Stattdessen steht ein Guthaben von fast fünf Milliarden Euro in der Bilanz. Roels geht Anfang 2008 in den Ruhestand und wird von dem Stahlunternehmer Jürgen Großmann ersetzt.

Ohne Sondereffekte, zu denen die Auswirkungen der Änderungen in der Steuergesetzgebung gehören, stieg das nachhaltige Nettoergebnis um 9,3 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro. RWE will diesen Wert und das betriebliches Ergebnis 2007 um zehn Prozent steigern. Der Umsatz soll ohne American Water leicht steigen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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