Gewinnschub RWE verdoppelt Dividende

Die Aktionäre des Energiekonzerns RWE können sich auf einen Geldregen freuen. Von dem Gewinnwachstum, dessen genaues Ausmaß am Freitag bekannt wird, soll ein großer Teil auf den Konten der Anteilseigner landen.

Essen - Der Energiekonzern RWE verdoppelt seine Dividende. Für 2006 sollen Aktionäre eine Dividende von 3,50 (2005: 1,75) Euro erhalten, teilte RWE am Mittwochabend in Essen mit. Das entspreche 80 Prozent des "nachhaltigen Nettoergebnisses". Zudem will der Versorger seinen Gewinn in diesem und im nächsten Jahr um durchschnittlich je 10 Prozent steigern. Zuvor hatte der Dax-Titel  3,40 Euro schwächer auf 78,35 Euro geschlossen. Am Mittag hatte der Versorger bekannt gegeben, dass der Stahl-Manager Jürgen Großmann Anfang Februar 2008 den Chefsessel von Harry Roels übernehme.

Für das abgelaufene Jahr 2006 hat der Essener RWE-Konzern bereits einen kräftigen Gewinnschub angekündigt. Beim Nettoergebnis rechnet das Unternehmen nach einer Ende vergangenen Jahres veröffentlichten Prognose für 2006 mit einem Wert von mehr als drei Milliarden Euro. Bereits in den ersten drei Quartalen hatte Deutschlands größter Stromproduzent ein Nettoergebnis von mehr als zwei Milliarden Euro erwirtschaftet. 2005 betrug das Nettoergebnis noch 2,2 Milliarden Euro. Der Umsatz bei 42 Milliarden Euro.

Für 2007 will sich der Versorger bei der Dividende an einer Ausschüttungsquote von 70 bis 80 Prozent orientieren. "Voraussetzung ist eine erfolgreiche Platzierung der Mehrheit von American Water am Markt", hieß es. Die Essener wollen ihre amerikanische Wassertochter im laufenden Jahr an die Börse bringen. Dabei will RWE auch eigene Aktien zurückkaufen. Details zu dem Aktienrückkaufprogramm stehen aber noch nicht fest. Vom Geschäftsjahr 2008 an soll die Ausschüttungsquote zwischen 50 und 60 Prozent des Nettoergebnisses betragen.

In den vergangenen Monaten waren Spekulationen aufgekommen, dass RWE auch wegen seiner gut gefüllten Kasse ein Übernahmekandidat werden könnte. Medien zufolge hatte RWE nach Abwehrstrategien gesucht und in diesem Zusammenhang auch Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden erörtert. Das inzwischen weitgehend auf das Kerngeschäft ausgerichtete Energieunternehmen hat unter Konzernchef Roels in den vergangenen Jahren den Schuldenberg von 20 Milliarden Euro abgetragen. 89 Prozent der RWE-Aktien sind nach Unternehmensangaben im Streubesitz.

RWE wird an diesem Freitag seine Bilanz für 2006 vorlegen. Jüngsten Angaben zufolge rechnen die Essener bei Betriebsgewinn und Umsatz mit einem Zuwachs von 5 bis 10 Prozent. Zulegen soll vor allem der Energiebereich, während der Betriebsgewinn im Wassergeschäft wohl sinken werde. 2005 hatte der Energiekonzern 39,49 Milliarden Euro umgesetzt und operativ 5,37 Milliarden Euro verdient. Den Dividendenvorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand sollen die Aktionäre bei der Hauptversammlung am 13. April in Essen genehmigen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und dpa

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