Deutsche Bahn Von der Schiene an die Börse

Der designierte Vorstandschef Hartmut Mehdorn will das Unternehmen bis zum Jahr 2003 fit für den Börsengang machen. Zur Einsparung will er Investitionen streichen und den Bund die Schienen bezahlen lassen.

Frankfurt - Die Bahn soll bis 2003 so weit konsolidiert werden, dass eine Rendite von zwölf Prozent oder mehr möglich werde, hieß es. Dazu müssten jährliche Erlöse von mindestens zwei Milliarden Mark erwirtschaftet werden.

Derzeit allerdings erhält die Bahn AG mehr als diese Erlöse, nämlich rund drei Milliarden Mark, als Ausgleichszahlung vom Bund. Nach Mehdorns Plänen soll die Bahn auch von diesen Subventionen unabhängig werden.

Ab sofort sollten bei der Bahn nur rentable Maßnahmen umgesetzt werden. Bestehende Investitionspläne würden bereits überarbeitet. Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt. Auch beim Transrapid, für den die Bahn als Betreibergesellschaft vorgesehen war, könnten keine Risiken eingegangen werden.

Der neue Bahnchef hat den Angaben zufolge zur Bedingung für die Umsetzung der Pläne gemacht, dass der Bund seine zu Beginn der Bahnreform gegebenen Zusagen einhält. Dazu gehöre, dass er Investitionen in den Fahrweg selbst trage. Sollten die Zusagen nicht eingehalten werden, droht die Bahn den Angaben zufolge mit Investitionszurückhaltung bis hin zum Baustopp bei Großvorhaben.