Mehrwertsteuer Keine Preisexplosion

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind gegenüber Dezember trotz der höheren Mehrwertsteuer gesunken. Im Jahresvergleich haben die Preise zwar zugelegt - dies liegt laut Statistischem Bundesamt jedoch vor allem an Saisoneffekten.

Berlin/Wiesbaden - Trotz der höheren Mehrwertsteuer ist der befürchtete Preisschock zu Jahresbeginn ausgeblieben. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nach endgültigen Berechnungen mitteilte.

Im Dezember hatte die Teuerungsrate 1,4 Prozent betragen, 2006 im Durchschnitt 1,7 Prozent. Von Dezember auf Januar sanken die Lebenshaltungskosten sogar um 0,2 Prozent. Damit bestätigten die Statistiker ihre Schätzungen von Ende Januar, die auf ersten Daten aus sechs Bundesländern beruhte.

Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent auf das Preisniveau seien im Januar 2006 "kaum erkennbar". Vielmehr prägten rückläufige Preise für Ölprodukte und gegenläufige Saisoneffekte das Preisklima.

Preistreiber am Jahresanfang war Haushaltsenergie. Gas verteuerte sich binnen Jahresfrist um 9,3 Prozent. Strom wurde 5,8 Prozent teurer. Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke legten im Schnitt 2,6 Prozent zu, darunter vor allem Gemüse mit fast zwölf Prozent.

Die Preise für Mineralölprodukte waren den Angaben zufolge rückläufig. So war leichtes Heizöl 9,2 Prozent billiger als vor einem Jahr, Normalbenzin 2,6 Prozent und Super 2,5 Prozent. Dagegen stiegen die Preise für Gas um 9,3 Prozent, für Zentralheizung und Fernwärme um 6,3 sowie für Strom um 5,8 Prozent.

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 2,6 Prozent. Insbesondere verteuerten sich Gemüse (plus 11,9 Prozent) sowie Fische und Fischwaren (plus 5,3 Prozent). Auch für alkoholfreie Getränke mussten die Verbraucher im Januar 2,2 Prozent mehr als vor einem Jahr zahlen.

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp, dpa, reuters

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