Quartalsbericht Wacker Chemie verdoppelt Gewinn

Der Halbleiterzulieferer und Chemiekonzern Wacker hat 2006 dank eines florierenden Halbleitergeschäfts Umsatz und Ergebnis überraschend stark gesteigert. Die Zahlen lagen deutlich über den Markterwartungen.

München - Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie hat wegen der großen Nachfrage nach seinen Siliziumscheiben für die Mikrochip-Produktion im vergangenen Jahr den Gewinn mehr als verdoppelt. Das Ergebnis je Aktie werde nach vorläufigen Zahlen mit 6,40 Euro erwartet, teilte das Münchener Unternehmen am Donnerstag mit. 2005 waren es noch 2,90 Euro je Anteilsschein.

Nach Reuters-Berechnungen erreichte Wacker damit 2006 einen Konzernüberschuss von rund 334 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) kletterte nach Firmenangaben im Jahresvergleich um mehr als ein Drittel auf 785 Millionen Euro. Damit übertraf Wacker die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Umsatz legte um gut ein Fünftel auf 3,33 Milliarden Euro zu.

"Die guten Zahlen des Jahres 2006 in Verbindung mit unseren starken Marktpositionen und den planmäßig verlaufenden Kapazitätserweiterungen sehen wir als eine hervorragende Grundlage für unser weiteres Wachstum von Umsatz und Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr", erklärte Wacker-Finanzchef Joachim Rauhut.

Starke Nachfrage nach Silizium

Vor allem die Sparte Siltronic, die Siliziumscheiben (Wafer) für die Halbleiterbranche herstellt, legte kräftig zu. Der operative Gewinn (Ebitda) stieg um mehr als das Doppelte auf 355 Millionen Euro. Die Preise für die pizzagroßen Scheiben aus hochreinem Silizium blieben im vierten Quartal weitgehend stabil, wie es hieß. Normalerweise ist ist die Branche einem starken Preisdruck ausgesetzt.

Auch die Sparte Polysilicon verzeichnete ein Wachstum des operativen Gewinns, der laut Wacker auf 115 Millionen Euro von 90 Millionen Euro im Vorjahr zunahm. Der Bereich stellt rohes, hochreines Silizium her, das neben der Chipbranche vor allem in der Solarzellenindustrie zum Einsatz kommt. Hier baute Wacker zuletzt seine Fertigungskapazitäten deutlich aus.

Im Chemiebereich, in dem Wacker vor allem Silikone und andere Stoffe für die Bau- und Kunststoffindustrie fertigt, fiel der Zuwachs moderater aus. Der Betriebsgewinn dort kletterte auf 345 Millionen Euro von 328 Millionen Euro. "Der übliche saisonale Abschwung wurde vor allem durch eine witterungsbedingt stärkere Nachfrage aus dem Bausektor bei Siliconen und Polymeren teilweise ausgeglichen", teilte das Unternehmen mit.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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