MDax-Bilanzen Mittlere Firmen ganz groß

Für den deutschen Mittelwerteindex MDax beginnt die Bilanzsaison gut. Am Mittwoch berichteten der Finanzmakler AWD, der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum, der Handelskonzern Douglas und die Industriebank IKB von steigenden Umsätzen und Gewinnen.

Hamburg - Der deutsche Mittelwerteindex MDax  hat am Mittwochmorgen erneut die Marke von 10.000 Punkten übersprungen und ein neues Rekordhoch erreicht. Mehrere im MDax notierte Firmen legten am Mittwoch Bilanzen oder Quartalsberichte vor, die ein Umsatz- und Gewinnplus auswiesen. In der vergangenen Woche hatte der Index erstmals 10.000 Punkte erreicht.

Der Finanzdienstleister AWD  berichtete in Hannover von einem deutlichen Anstieg von Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr. Im September hatte AWD sein defizitäres Italien-Geschäft aufgegeben und die Vergleichszahlen darum bereinigt. Die Erlöse der fortgeführten Bereiche seien 2006 um 15 Prozent auf den Rekordwert von 727 Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen mit. Das operative Ergebnis (Ebit) legte nach vorläufigen Zahlen um ein Drittel auf 77,8 Millionen Euro zu. Der Überschuss stieg um 38 Prozent auf 54 Millionen Euro.

Im Vorjahr hatte AWD den ersten Umsatz- und Ergebnisrückgang seit zehn Jahren hinnehmen müssen. AWD-Chef Carsten Maschmeyer nannte als Grund für das Umsatzwachstum den "klaren Fokus auf Absicherungs-, Altersvorsorge- und langfristige Investmentprodukte". Außerdem habe AWD in all seinen Märkten in Europa zugelegt.

Der Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum  verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinn- und Umsatzanstieg. 2006 erhöhte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 23,1 Prozent auf 108,7 Millionen Euro. Damit seien die eigenen Erwartungen übertroffen worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bad Neustadt/Saale (Landkreis Rhön-Grabfeld) mit. Der Umsatz legte von 1,4 auf 1,9 Milliarden Euro zu.

Das Umsatzplus resultiere aus der Übernahme des Universitätsklinikums Gießen/Marburg, das allerdings Verlust machte. Der Verkauf des Krankenhauses an Rhön-Klinikum im Februar 2006 war die erste Privatisierung einer Uniklinik in Deutschland. In diesem Jahr soll das Klinikum schwarze Zahlen schreiben. Das Management erhöhte die Umsatzprognose des Unternehmens für 2007 auf zwei Milliarden Euro ohne Zukäufe. Der Konzerngewinn soll bei 100 Millionen Euro liegen.

Douglas und IKB

Douglas und IKB

Auch der Handelskonzern Douglas  steigerte in seinem ersten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember 2006 Umsatz und Gewinn deutlich und hob wegen der aufgehellten Konsumstimmung die Jahresprognose an. Für den Vorsteuergewinn im Geschäftsjahr 2006/2007 stellte das Hagener Unternehmen eine Spanne von 139 bis 142 Millionen Euro in Aussicht. Zuvor hatte die Prognose bei 135 bis 138 Millionen Euro gelegen. Der Umsatzausblick für das Gesamtjahr von plus 8 bis 10 Prozent bliebe unverändert, hieß es weiter.

Der Vorsteuergewinn stieg im ersten Quartal (Oktober bis einschließlich Dezember) von 120,1 auf 139,7 Millionen Euro. Unterm Strich erhöhte sich der Quartalsüberschuss von 72,9 auf 92,4 Millionen Euro. Beim Umsatz verbesserte sich Douglas von 904,7 Millionen auf 1,02 Milliarden Euro. In diesem Geschäftsjahr will Douglas 90 Millionen Euro in die Expansion der Parfümerien im Ausland investieren. 50 neue Filialen sollen bis Ende September in West-, Süd- und Osteuropa eröffnet werden. Im ersten Quartal konnte Douglas bereits 21 Neueröffnungen realisieren.

Die auf die Finanzierung von mittelständischen Unternehmen spezialisierte Bank IKB  rechnet nach einem stärker als erwartet ausgefallenen Ergebnis nach neun Monaten mit einem höheren Jahresgewinn als bisher. "Aufgrund der guten Entwicklung in allen Geschäftsfeldern und der anhaltenden Dynamik in unserem Ertragswachstum erwarten wir aus heutiger Sicht, unser ursprünglich gesetztes Jahresziel beim operativen Ergebnis in Höhe von 250 Millionen Euro zu übertreffen", sagte IKB-Chef Stefan Ortseifen am Mittwoch in Düsseldorf.

In den ersten neun Monaten stieg der Vorsteuergewinn um 63 Prozent auf 204,6 Millionen Euro. Die Bank profitierte dabei vor allem von einer geringer als erwartet ausgefallenen Risikovorsorge. Unter dem Strich verdiente die IKB, die zu 38 Prozent der staatlichen KfW-Bankengruppe gehört, mit 132,1 Millionen Euro 61 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Börse quittierte die Zahlen mit unterschiedlichen Reaktionen. Während Aktien von IKB bis 13.30 Uhr um 3,0 Prozent auf 32,90 Euro zulegten, AWD um 0,9 Prozent auf 35,62 Euro und Douglas um 0,1 Prozent auf 43,74 Euro, verloren Rhön-Klinikum-Titel 0,6 Prozent auf 41,67 Euro. Die HVB senkte die Empfehlung für Rhön-Klinikum-Aktien von "Buy" auf "Hold" und erhöhte das Kursziel von 42 auf 43 Euro. Die Zahlen seien zwar besser als erwartet, die hohen Abschreibungen aber negativ zu bewerten. Die Aktie habe sich zuletzt gut entwickelt.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa und dpa-afx