Premiere Raus und rein

Georg Kofler trennt sich von seiner Beteiligung an Premiere. Doch bald schon will der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens wieder einsteigen. Die Aktie leidet unter der Transaktion.

Unterföhring - Der Vorstandsvorsitzende des Bezahlsenders Premiere , Georg Kofler, verkauft sein gesamtes Premiere-Aktienpaket von rund 11,3 Millionen Aktien am Kapitalmarkt. Wie das Unternehmen am Dienstag in Unterföhring mitteilte, entspreche Koflers Aktienpaket 11,6 Prozent vom Grundkapital der Premiere AG.

Das Angebot sei an institutionelle Investoren gerichtet, die Investmentbank Goldman Sachs begleite die Transaktion. Kofler bleibe laut Premiere weiter Vorstandschef. Kofler verkauft seine Aktien, die über eine Luxemburger Fernseh-Holding gehalten werden, um seine Flexibilität als Unternehmer und Investor zu erhöhen.

Die Beweglichkeit der 11,3 Millionen Premiere-Aktien seien durch ein so genanntes Mezzanine-Darlehen (das Experten auch als "Fremdkapital mit Eigenkapitalcharakter" bezeichnen) stark eingeschränkt gewesen. Mit dem Verkaufserlös sollen nach Angaben eines Premiere-Sprechers auch bisherige Gläubiger des Fernsehsenders ausbezahlt werden. Aussteigen will Kofler aber dennoch nicht. Denn als Teil der Transaktion werde er auch wieder Premiere-Aktien für mindestens 20 Millionen Euro zurückkaufen. Er beabsichtige, diese Position bei Premiere künftig noch auszubauen.

Die Aktion hat die Premiere-Aktien am Dienstag unter Druck gesetzt. Bis zum Mittag gaben die Papiere über 5 Prozent ab. Am Montag hatten sie bereits 2,5 Prozent auf 17,40 Euro verloren. "Die Platzierung lastet heute natürlich auf der Aktie", sagte Commerzbank-Analyst Michael Schatzschneider. "Fundamental hat es allerdings keinerlei Auswirkungen auf das Unternehmen."

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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