Deutsche Börse Vor Einstieg in Indien

Die Deutsche Börse steht nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens kurz vor einer Beteiligung an der zweitgrößten indischen Börse. Der Aufsichtsrat soll dem Vorstand am Montag die Genehmigung für die Übernahme eines fünfprozentigen Anteils an der Bombay Stock Exchange erteilen.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Börse  will sich informierten Kreisen zufolge eine Beteiligung an der zweitgrößten indischen Börse Bombay Stock Exchange (BSE) sichern.

Während der kurzfristig anberaumten außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Montag solle das Gremium dem Vorstand die Genehmigung für den Erwerb eines fünfprozentigen Anteils an der vor ihrem Börsengang stehenden BSE geben, hieß es aus mehreren Quellen. Ein Sprecher desFrankfurter Marktbetreibers lehnte einen Kommentar ab.

Bereits Ende des vergangenen Jahres waren Gerüchte über einen Anteilskauf der Frankfurter an der BSE in Umlauf gekommen. Allerdings habe man da noch auf einen größeren Anteilskauf gehofft, hieß es. Der Kauf eines Anteils von mehr als 5 Prozent ist Einzelinvestoren inzwischen auf Grund einer Verfügung der indischen Börsenaufsicht aber untersagt.

Interessiert an Beteiligungen sind neben den Frankfurtern auch die Nasdaq und die London Stock Exchange (LSE) sowie die Singapore Stock Exchange (SGX). Wie der "Business Standard" am Vortag aus Kreisen berichtet hatte, habe die BSE Angebote erhalten, die sie mit rund 600 bis 800 Millionen US-Dollar bewertet hätten.

Der indische Aktienmarkt gilt in der Finanzwelt als sehr attraktives Investment und Börsenbetreiber weltweit rechnen wegen der dort florierenden Wirtschaft mit zahlreichen Börsengängen. Dies wird auch durch das Engagement der weltgrößten Börse NYSE deutlich. Diese hatte sich erst am 10. Januar für 460 Millionen Dollar mit 20 Prozent an der größten indischen Börse, der National Stock Exchange (NSE) beteiligt.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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