Techem Macquarie ist ausgezählt

Die Techem-Aktionäre haben Macquarie abblitzen lassen. Die australische Bank bekam keine Mehrheit der Aktien angeboten - obwohl sie sich mit dem ehemaligen weißen Ritter BC Partners zusammengetan hat und mit dem Techem-Vorstand einig war. Der spricht nun von einem neuen Großaktionär.

Eschborn - Macquarie  ist mit ihrem Übernahmeangebot für den Eschborner Energiedienstleister Techem gescheitert. Die australische Bank wollte mit der Offerte von 55 Euro für eine Techem-Aktie  70,5 Prozent des Grundkapitals einsammeln - dieses Ziel verfehlte sie bei weitem.

Nur gut fünf Millionen Aktien wurden den Australiern angeboten, was etwa 20,7 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte von Techem entspricht, wie Macquarie am Freitag mitteilte. Inklusive der selbst gekauften Titel kam die Bank aus Down Under damit auf lediglich 43,05 Prozent.

Die angedienten Aktien will Macquarie unverzüglich zurückbuchen. Die Bank war am Freitag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Auch die Beteiligungsgesellschaft BC Partners, mit der sich Macquarie für das Techem-Gebot zusammengetan hatte, wollte die geplatzte Übernahme nicht kommentieren.

Der Vorstand von Techem drückte sein Bedauern darüber aus, dass Macquarie nicht die erforderliche Annahmeschwelle erreicht hat. Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens hatten nach anfänglichem Widerstand den Aktionären die Annahme des Angebots von Macquarie empfohlen, nachdem der ursprüngliche Angebotspreis von 44 auf 55 Euro erhöht worden war und Macquarie Zusagen zu Strategie, Standorten und Arbeitsplätzen gemacht hatte.

Der Vorstand richtet seinen Blick unterdessen nach vorn: "Wir setzen unsere Wachstumsstrategie zügig um", kündigte Techem-Chef Horst Enzelmüller an. "Wir bleiben börsennotiert und wir haben einen neuen Großaktionär", ergänzte ein Sprecher der im MDax  notierten Firma. Mehr könne man heute noch nicht sagen. Am Aktienmarkt gaben Techem-Papiere in den ersten Handelsminuten um weniger als ein Prozent auf 54,55 Euro nach. Unmittelbar vor der Übernahmenkündigung von Macquarie im Oktober lag der Kurs bei etwa 42 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters