General Motors Neue peinliche Bilanzpanne

Die Serie schlechter Nachrichten beim weltgrößten Autobauer General Motors (GM) reißt nicht ab. Der angeschlagene US-Konzern muss wegen eines erneuten Buchungsfehlers die Vorlage seiner Quartalszahlen verschieben.

Detroit - Auch frühere Bilanzen aus insgesamt vier Jahren müssten überarbeitet werden, teilte General Motors  weiter mit. Der Fehler reiche bis in das Jahr 2001 zurück. Die GM-Zahlen für das letzte Vierteljahr und das gesamte Geschäftsjahr waren eigentlich für Dienstag erwartet worden.

Der mitten in einer Sanierung steckende Autobauer erklärte am späten Donnerstagabend, es sei zuletzt für das vierte Quartal mit einem Gewinn und einem Rekordumsatz gerechnet worden. Zuvor hatte die Opel-Mutter in den ersten drei Quartalen 2006 einen Verlust von rund drei Milliarden Dollar eingefahren.

Es ist nicht das erste Mal, dass GM bei den Bilanzen eine peinliche Panne unterläuft. Erst 2006 hatte der Konzern eine schärfere Kontrolle angekündigt, nachdem die Bilanzen von sechs Jahren geändert werden mussten und die Bücher von der US-Börsenaufsicht SEC durchforstet wurden. Im vergangenen Jahr hatte GM unter anderem die Bilanz von 2005 geändert und dabei den ausgewiesenen Verlust des Jahres um zwei Milliarden Dollar auf den Rekordwert mehr als zehn Milliarden Dollar erhöht.

"Die Fehler zeigen, es gibt noch viel zu tun"

"Wir sind weiter wachsam bei der Überprüfung unserer Bilanzen, um ordnungsgemäße Berichte zu gewährleisten", sagte GM-Finanzvorstand Fritz Henderson vor Journalisten. "Auf der anderen Seite zeigen die aufgedeckten Fehler, dass es noch viel zu tun gibt."

GM zufolge waren in den Bilanzen der Jahre 2002 bis 2006 Gewinnrücklagen um bis zu 600 Millionen Dollar unterschätzt worden. Zudem würden die Absicherungen für Zinsen, Rohstoffe und Wechselkursschwankungen überprüft, die weitere Änderungen des operativen Ergebnisses zur Folge hätten. Schließlich brauche die im November mehrheitlich an Finanzinvestoren verkaufte Finanztochter GMAC mehr Zeit, um zwei testierte Abschlüsse vorzubereiten.

Der Jahresbericht soll GM zufolge nun am 1. März vorgelegt werden. In der Woche ab 5. Februar soll es aber bereits weitere Informationen zu den Fortschritten bei der Bilanzierung geben.

GM und den anderen großen US-Autobauern macht am Heimatmarkt seit langem vor allem die Konkurrenz aus Asien zu schaffen, die verstärkt auf spritsparende Modelle setzt. So ist vor allem Toyota  derzeit auf bestem Weg, GM  als weltgrößten Autobauer abzulösen. Auch bei Ford  läuft es nicht rund: Die Nummer drei der Branche meldete am Donnerstag für 2006 einen Rekordverlust von 12,7 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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