Altana Rekord zum Abschied

Das letzte Jahr vor dem Verkauf der Pharmasparte an Nycomed war für Altana ein voller Erfolg. Noch besser lief das Spezialchemiegeschäft, das im Unternehmen bleibt. Die Börse zeigte sich davon unbeeindruckt.

Bad Homburg - Der Altana-Konzern  hat das Jahr vor seinem Konzernumbau mit Umsatz- und Ergebniszuwächsen abgeschlossen. "Wir verabschieden uns damit von der alten Konzernstruktur mit einem Rekordjahr - dem elften in Folge", erklärte Firmenchef Nikolaus Schweickart am Freitag in Bad Homburg. Der Umsatz sei 2006 um 18 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro gestiegen. Es zeichne sich ein Gewinn vor Steuern von mehr als 800 Millionen Euro ab, was einem Zuwachs von rund 20 Prozent entspreche. Nach Sondereffekten wegen des Konzernumbaus belaufe sich das operative Ergebnis immer noch auf rund 750 Millionen Euro.

Altana hatte seinen Pharmabereich Ende vergangenen Jahres an die dänische Firma Nycomed verkauft. Seit dem 1. Januar 2007 konzentriert sich das derzeit noch im deutschen Leitindex Dax  gelistete Unternehmen ausschließlich auf das Chemiegeschäft. Damit hat Altana zwei Drittel des früheren Geschäfts verloren und wird wahrscheinlich in den Börsenindex für mittelgroße Werte MDax  absteigen.

Im fortgeführten Chemiegeschäft nahm der Umsatz im vergangenen Jahr um 43 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu. Für dieses Jahr stellte Altana-Chemiechef Matthias Wolfgruber ein Umsatzwachstum ohne Zukäufe von etwa 6 Prozent in Aussicht. Mittelfristig peilt Altana ein jährliches Umsatzwachstum von im Schnitt etwa 10 Prozent an. Die Ertragskraft des Unternehmens - gemessen am Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zum Umsatz - solle bei 18 bis 20 Prozent liegen.

Der an Nycomed verkaufte Pharmabereich kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro, ein Plus von 9 Prozent. Zwar bekam Altana bei seinem Kassenschlager Pantoprazol die verordneten Preissenkungen in Deutschland zu spüren. Kräftige Zuwächse im Auslandsgeschäft mit dem Medikament glichen dies aber wieder aus. Insgesamt schaffte Altana mit dem Magenpräparat einen Jahresumsatz von 1,55 Milliarden Euro, ein Plus von 14 Prozent. Würden auch die Erlöse aller Vertriebspartner mit eingerechnet, liege der Umsatz mit dem Präparat bei 2,88 Milliarden Euro, teilte Altana mit.

Der Konzern hat seine Pharmasparte verkauft, bevor zum Ende des Jahrzehnts der Patentschutz für das Magenmittel ausläuft. Neue Medikamente, die den zu erwartenden Umsatzausfall ausgleichen könnten, waren bei Altana nicht in Sicht. Zudem wird das Patent in den USA bereits von Herstellern billigerer Nachahmerprodukte angefochten. Mit dem Verkauf der Sparte trennt sich Altana auch von der Mehrzahl seiner Beschäftigten. Rund 4400 Mitarbeiter hatte die Chemiesparte vergangenes Jahr, im Arzneimittelbereich waren es fast 9000.

An der Börse wurde das Zahlenwerk gemischt aufgenommen. "Die Umsätze sind im Rahmen der Erwartungen, die Dividendenerhöhung war bekannt - alles in allem keine Überraschung", sagte ein Händler in einem ersten Kommentar. Ein anderer Börsianer sagte, der Markt habe etwas bessere Zahlen erwartet.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ddp und dpa-afx

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